Naturpark Ria Formosa: Traumstrände an der Algarve

Sandstrände im Naturpark Ria Formosa

Die Algarve gilt als eine der Top-Destinationen für digitale Nomaden. Während Lagos in sozialen Netzwerken immer wieder als Hochburg für Coliving-Projekte gehypt wird, explodieren die Mietpreise für Unterkünfte in der Stadt. Das ist der Hauptgrund, weshalb ich im September 2023 in Olhão an der Ost-Algarve lande: ein heruntergekommenes Pflaster mit viel zu viel Autoverkehr und eines der Tore zum Naturpark Ria Formosa. Während meines Aufenthalts mache ich öfters Bootsausflüge zu den traumhaften Sandstränden in der Lagunen-Landschaft. Der Parque Natural da Ria Formosa ist ein autofreier Rückzugsort mit filmreifen Badestellen, Strandbars und Dünen, die unter Naturschutz stehen. Viele gute Gründe, um dieses Fleckchen Erde in Portugal zu erkunden!

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Fakten über den Naturpark Ria Formosa

Der Ria Formosa Naturpark ist ein 60 Quadratkilometer großes Watt- und Marschgebiet, das sich zwischen den Stränden Praia do Garrão und Praia da Manta Rota erstreckt. Bootstouren beginnen nicht nur in Olhão, sondern auch in Faro, Fuseta und Tavira. Laut Portugal 360° handelt es sich um das reichhaltigste Ökosystem der portugiesischen Küste.

Die Lagunenlandschaft voller Sanddünen, Landzungen und kleiner Flüsse wird von den Gezeiten beherrscht und ändert ständig ihre Form. Wenn man Glück hat, kann man im Naturpark Ria Formosa sogar Flamingos sichten. Ansonsten lockt das Brutgebiet Vogelarten wie Kormorane, Reiher, Störche und Kraniche an. Die Gewässer bieten über 50 Fischarten einen Lebensraum, während die Seepferdchen-Kolonie seit einigen Jahren schrumpft. Der Grund dafür ist das schwindende Seegras auf dem Meeresboden, denn die Anker der zahlreichen Touristen-Boote tragen zu dessen Zerstörung bei.

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Achtung, überteuerte Bootstouren

Ja, es gibt in Olhão und Faro wirklich eine Vielzahl von Tourveranstaltern, die tagsüber und im Sonnenuntergang zu den Inseln im Naturpark Ria Formosa aufbrechen. Wie bei solchen touristischen Bootsausflügen üblich, sind mehrere Stopps für Fotos und Badepausen inklusive – Essen und Getränke dagegen nicht. Trotzdem kosten die Gruppentouren zwischen 25 und 50 Euro, während die Fähren um ein Vielfaches günstiger sind. Ein Beispiel: Für eine Hin- und Rückfahrkarte von Olhão nach Armona oder Culatra zahle ich nur vier Euro. Du hast also die Wahl, ob du dich auf Touristen-Abzocke einlässt oder dich für die preiswertere Variante entscheidest und dafür die gleichen Orte zu Gesicht bekommst.



Inseln im Ria Formosa Naturpark

Im Parque Natural da Ria Formosa besuche ich mit den Fähren die folgenden Inseln:

– Ilha da Culatra
– Ilha do Farol
– Armona
– Ilha da Fuseta
– Ilha da Tavira

Auch der Strand von Faro befindet sich draußen im Naturpark, angrenzend an die Ilha da Barreta. Kurz überlege ich, ob ich von Faro noch einen Ausflug zur Ilha da Deserta machen sollte, entscheide mich dann aber dagegen. Auf dem öden Eiland gibt es nichts außer Sand und ein Luxusrestaurant. An Schatten mangelt es an allen Sandstränden. So hast du die Wahl, ob du dich ungeschützt in die Sonne knallst, dir einen Sonnenschirm mitnimmst oder am bewachten Strand für zehn Euro eine Liege mit Sonnenschirm mietest.

Von Olhão zum Naturpark Ria Formosa

Als ich in Olhão ankomme, frage ich mich: Wo ist bitteschön der Strand? Die Antwort ist schnell gefunden. Nicht irgendwo an der Promenade, sondern im Naturpark Ria Formosa. Dementsprechend groß ist der Andrang auf die regulären Fähren, die bis zum 20. September ungefähr stündlich in der Nähe der Markthalle in See stechen. Die Fahrkarten werden direkt am Hafen verkauft, und zwar nur gegen Bares.

Ilha da Culatra

Als erstes schaue ich mich auf der Ilha da Culatra um. Da das Boot zuerst Badegäste auf Farol auslädt, dauert die Überfahrt fast eine Stunde. Für mich kein Problem – ich genieße es, übers Meer zu schippern. Die Anlegestelle und den Strand trennt ein etwa 20-minütiger Fußweg, der größtenteils über Holzplanken durch geschützte Dünen führt. In der Siedlung Culatra gibt es kleine Läden, Bars und romantische weiße Sommerhäuser, in denen anscheinend Urlauber logieren.

Ilha do Farol

Ähnlich sieht es auf der Ilha do Farol mit dem charakteristischen weißen Leuchtturm aus. Diese Siedlung im Naturpark Ria Formosa empfinde ich als abwechslungsreicher. Hier gibt es mehr Strandbars und eine lange Mole, von deren Spitze man theoretisch zur Ilha da Deserta schwimmen könnte (mit einem Trockenbeutel für elektronische Geräte und Wertsachen, versteht sich). Bei meinem zweiten Besuch entdecke ich an der Westseite von Farol das Anwesen eines Künstlers, der farbenfrohe Windmühlen-Objekte baut. Am Strand von Farol kann es rund um die Bars sehr voll werden, doch wenn du dich ein paar Meter weiter nach Osten orientierst, findest du mit Sicherheit ein privates Plätzchen zum Sonnen und Baden.

Leuchtturm auf Farol im Naturpark Ria Formosa
Blick auf den Leuchtturm von Farol, Foto: Reise-Liebe

Armona

Als meine Lieblingsinsel vor der Küste von Olhão stellt sich Armona heraus. Nicht etwa, weil die Überfahrt nur eine Vierstunde dauert: Insbesondere bei Ebbe fühle ich mich an diesem wunderschönen Ort im Ria Formosa Naturpark wohl. Im Watt bilden sich dann große, flache „Pools“ mit warmem, türkis leuchtenden Meerwasser, in dem man zusammen mit Fischschwärmen schwimmen kann. Nach der Erfrischung im Atlantik hole ich mir in der nahen Strandbar zwischen den Dünen eine zweite ab: ein großes Glas Sangria voller Waldbeeren. Sie ist noch liebevoller angerichtet als die Sangria auf Farol und schmeckt natürlich auch besser. Mein Video liefert den optischen Beweis.

Auf dem Rückweg zum Fähranleger auf Armona kannst du einen kurzen Abstecher zur Lagoa dos Patos machen. Baden in der Lagune ist zwar verboten, aber Vogelbeobachtungen sind erlaubt.

Ilha da Fuseta

Im Gegensatz zu Olhão hat sich die östlich angrenzende Ortschaft Fuseta den Charme eines portugiesischen Fischerdorfes bewahrt – abgesehen von den seelenlosen modernen Wohnbunkern, die an den Ausläufern wie Pilze aus dem Boden sprießen.

Mit der langsam durch die Gegend tuckernden Küstenbahn fahre ich eine Station und nehme dann im Hafen die Fähre zur Ilha da Fuseta. Es soll ein einmaliges „Vergnügen“ bleiben, denn das Meer wirkt verdreckt. Ich habe sogar den Eindruck, dass Fäkalien in den Atlantik geleitet werden und mache angewidert eine Kehrtwende. Vielleicht habe ich aber einfach nur den falschen Tag erwischt.

Strand auf der Ilha da Tavira
Der Sandstrand auf der Ilha da Tavira, Foto: Reise-Liebe

Ilha da Tavira

Eine der schönsten Städte an der Algarve ist Tavira – die Aussicht auf dem Castelo, die romantischen Gassen und natürlich die Ilha da Tavira. Nach der Überfahrt mit der Fähre wate ich kilometerweit mit den nackten Füßen durchs Wasser und sammele prächtige Muscheln. Diese Insel hat in der Nähe des Bootsanlegers auch gastronomisch eine Menge zu bieten. Zur Auswahl stehen mehrere Restaurants, in denen Fischgerichte und Meeresfrüchte serviert werden. Ob sie landestypisch und lecker sind, kann ich allerdings nicht beurteilen. Ich bin ja Vegetarierin und beobachte lieber lebende Fische.

Bei Tavira erhaschen meine Augen im Naturpark Ria Formosa endlich auch Flamingos. Leider sind sie zu weit weg, um sie mit der Kamera abzulichten. (as)

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