Weihnachten auf Fuerteventura: Zurück in den Sommer

Weihnachten auf Fuerteventura

Irgendwann muss man einfach mal weg! Wenn das sogenannte „Fest der Liebe“ aus diesen oder jenen Gründen nervt und der graue Dezember-Himmel aufs Gemüt schlägt, ist Weihnachten auf Fuerteventura eine supertolle Alternative.

Immer wieder höre ich im Laufe der Jahre, wie wunderbar man auf den Kanaren überwintern kann. Im Warmem bei blauem Himmel, Sonnenschein und frühsommerlichen Temperaturen! Ich will an einen Ort, wo garantiert kein Weihnachts-Feeling aufkommt. Meine Wahl fällt schnell auf die karge, wüstenartige Vulkaninsel Fuerteventura. Kein Fleckchen Erde, das ich mit dem Weihnachtsmann, Christbäumen und Rentierschlitten verbinde!

Landschaft auf Fuerteventura
Landschaft auf Fuerteventura, Foto: Reise-Liebe

Weihnachten auf Fuerteventura 2018

Vom 22. bis zum 27. Dezember verweile ich dort – die gleiche Zeit, die ich sonst jedes Jahr im Haus meiner Eltern verbracht habe. Es ist das allererste Weihnachtsfest ohne meine Familie. Aber stopp, Weihnachten fällt für mich 2018 aus und ich freue mich sogar darüber. Aus materiellen Geschenken mache ich mir eh nichts mehr. Viel wertvollere Gaben sind die Eindrücke, die ich auf Reisen sammele.

Nach fünf Stunden Flugzeit bekomme ich den ersten Eindruck aus der Luft. Unter dem Flieger erstreckt sich eine sandbraune, hügelige Mondlandschaft. Ein baumloses Eiland im atlantischen Ozean, auf den ersten Eindruck nicht besonders einladend. Am klaren Himmel zeigt sich kein einziges Wölkchen. Während ich aus dem Fenster schaue, denke ich an meine Sonnenbrille, die ich tief im Koffer vergraben habe. Wann habe ich sie in Deutschland das letzte Mal getragen? Im September? Im Oktober auf Usedom?

Strand in El Cotillo Fuerteventura
Strand in El Cotillo, Foto: Reise-Liebe

Blauer Himmel & Sonnenschein

Jedenfalls brauche ich sie, um Weihnachten auf Fuerteventura zu zelebrieren! In meinen Winterklamotten steige ich aus dem Flugzeug und schreite in eine angenehme Wärme, die nach einer sommerlichen Garderobe schreit. Als ich im Transferbus zu meinem Hotel sitze, erspähe ich auf der Straße Menschen in T-Shirts, kurzen Hosen bzw. Röcken. Ein paar Damen spazieren im Bikini zum Strand. Es fühlt sich an, als hätte jemand auf einen Schalter gedrückt und plötzlich ist wieder Sommer.

Unter diesem azurblauen Himmel kann ich gar nicht anders als gute Laune zu haben. Vergessen ist das frühmorgentliche Chaos am Flughafen Tegel! Endlich im Fischerdorf El Cotillo im Nordwesten der Insel angekommen, erfüllt mich meine Ortswahl mit Freude. Zuvor in Corralejo hat der Bus eine Bettenburg nach der anderen angesteuert und Mitreisende samt Koffern abgeladen. Ein Graus für mich, zwischen Engländer-Kneipen, Touri-Ramschläden und Betonbunkern zu logieren! El Cotillo hat sich noch einen Hauch von Ursprünglichkeit bewahrt, obwohl auch dieses Dorf für den Tourismus zu wachsen scheint.

Piedra Playa Fuerteventura
Piedra Playa, Foto: Reise-Liebe

Badewetter am Sandstrand

Im Hotel reiße ich mir als erstes die Klamotten vom Leib, schlüpfe in ein kurzärmeliges Shirt, einen Rock und Sommerschuhe. Mit Sonnenmilch auf der Haut und Sonnenbrille auf der Nase stolziere ich schnurstracks an den weißen Sandstrand, wo sich bereits Badende in den türkis schimmernden Atlantik stürzen.

Noch traue ich mich nicht. Ich wate also fürs erste mit den Füßen durchs Wasser und flaniere dann zwischen weißen Häusern durch die Gassen im alten Dorfkern. Skurril wirkt die Weihnachtsdekoration vor und in den Cafés und Bars. An manchen Haustüren hängen weihnachtliche Kränze, aber ich fühle Juni und nicht mehr Dezember.

Weihnachten auf Fuerteventura
Weihnachten auf Fuerteventura, Foto: Reise-Liebe

Kein Weihnachtsfeeling

Wenn es kurz nach 18 Uhr dunkel wird (viel später als in Deutschland) und über den Straßen die Weihnachtsbeleuchtung angeschaltet wird, muss ich jedesmal grinsen. Prompt erinnere ich mich an meinen Jugendschwarm aus der Nachbarschaft meiner Eltern, der einmal mitten im Sommer zu seinem Geburtstag das ganze Viertel mit Weihnachtsliedern beschallt hat! So ähnlich erlebe ich Weihnachten auf Fuerteventura.

Im Restaurant im Hotel steht auch ein Tannenbaum und ab Heiligabend wird das abendliche Mahl mit sentimentalen Weihnachtsschnulzen berieselt. Das einzige Mal, dass sich in mir auf der Kanareninsel eine leichte depressive Verstimmung breit macht – wie zweieinhalb Wochen zuvor im kroatischen Weihnachtswunderland Salajland. Ich überlebe es und fülle meinen Weihnachtstrip mit ganz vielen Unternehmungen, von denen ich Euch in den nächsten Tagen und Wochen auf Reise-Liebe berichten werde. Bleibt also dran! (as)

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