Trelleborg: das Tor zu Schweden

Trelleborg

Viele Deutsche kommen per Fähre in Trelleborg an, wenn sie nach Schweden reisen. Immerhin gibt es häufige Fährverbindungen ab Rostock, Travemünde und Sassnitz. Auch ich habe das Land komfortabel auf dem Wasserweg erreicht, allerdings mit einem Schiff von Travemünde nach Malmö. Während meiner ländlichen Auszeit am südlichsten Zipfel von Schweden mache ich einen Ausflug nach Trelleborg. Viel mehr als lange Spaziergänge an der Ostsee und durch die Felder rund um Smygehuk gibt es für mich eh nicht zu tun.

Die Buslinie 190 verkehrt halbstündlich zwischen Trelleborg und Ystad. Mit ihr erreicht man auch alle Dörfer zwischen den beiden Kleinstädten, so dass man nicht unbedingt ein Auto braucht, wenn man direkt an der Küste unterwegs ist. Die Endstation der Linie befindet sich am Trelleborger Bahnhof neben dem Fährhafen. Das bedeutet, dass man gleich bequem weiter nach Malmö oder Deutschland reisen kann. Ich entscheide mich für einen Bummel durch die Innenstadt, die ich nach ein paar Minuten zu Fuß erreiche.

Farbenfrohe Häuser in Schweden
Bunte Häuser in Trelleborg, Foto: Reise-Liebe

Stadtbummel in Trelleborg

Abgesehen von einigen bunten Häusern und der imposanten roten Backsteinkirche wirkt die Stadt in der Region Skåne auch bei strahlendem Sonnenschein ziemlich unscheinbar auf mich. Wie ein typischer Durchfahrtsort, an dem Fährpassagiere ankommen und sofort weiterreisen. Als überzeugte „Covidiotin“, „Coronaleugnerin“, „Verschwörungstheoretikerin“ und „Schwurblerin“ fühle ich mich jedoch sehr dankbar, dass ich die Möglichkeit habe, locker, entspannt und mit Gesichts-FKK durch Geschäfte zu bummeln. Der schwedische Staat bittet lediglich um Abstand und schreibt eine begrenzte Anzahl von Kunden in den Läden vor.

Trelleborgs Kirche
Kirche in Trelleborg

Eine alte Wikingerburg

Wenn man sich von der Fußgängerzone weg bewegt, gibt es auch Geschichtliches in Trelleborg zu entdecken. Zum Beispiel fanden Archäologen bei Ausgrabungen in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts eine alte Wikingerburg, die mit 140 Meter Durchmesser vier Straßen durchkreuzt. Die segelnden Nordmänner mit den typischen Hornhelmen prägten zwischen 793 und 1050 nach Christi ganz Skandinavien. Da ein Viertel der Burg wiederaufgebaut ist, kann man bei einer Trelleborg-Erkundung einen kleinen Einblick in das Leben der Wikinger gewinnen.

Möwe im Stadtpark
Möwe in Trelleborg

Außerdem komme ich an der Ruine eines Franziskanerklosters vorbei. Von ihm sind nur Teile des Gemäuers übrig geblieben. Dann lasse ich mich durch einen Stadtpark treiben, beobachte Möwen und Enten und beschließe, irgendwann im Sommer eine Südküsten-Radtour in Trelleborg zu starten. Der Anblick schwarzrotgold beflaggter Fähren im Hafen treibt mich schließlich zurück in mein dörfliches Exil am Meer. (as)

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