Ostern in Krakau: Kurztrip mit Macken

Ostern in Krakau

Diese schmucke Stadt in Polen ist im Zweiten Weltkrieg vom Bombenhagel verschont geblieben, die Altstadt wurde sogar 1978 ins Weltkulturerbe der UNESCO aufgenommen. Ich liebe solch einen Kontrast zum Wirtschaftswunder-Grau deutscher Nachkriegsstädte und beschließe, Ostern in Krakau zu verbringen. Meine Entscheidung soll ich am Ende ein bisschen bereuen, zu den Gründen komme ich später.

Für Karfreitag buche ich einen Ryanair-Flug ab Berlin-Schönefeld. Ich mag weder die Airline noch den Flughafen so besonders, aber die Bahnfahrt dauert mindestens zehn Stunden. Die hebe ich mir für die Rückreise am Ostermontag auf, denn die Tickets kosten insgesamt nur rund 30 Euro. Der Trick ist, bei der polnischen Bahn zu buchen und ab dem Umstieg in Wroclaw für 19 Euro den Kulturzug nach Berlin zu nehmen.

Ostermarkt in Krakau
Foto: Reise-Liebe

Ryanair von Berlin nach Krakau

Schönefeld zeigt sich am Anreisetag von seiner „besten“ Seite, die auch meine Freunde mit Horror zu schätzen wissen: Die Schlangen vor der Sicherheitskontrolle sind so lang, dass die reiselustigen Berlin-Flüchtigen sogar draußen vor den Terminals anstehen. Zu meinem Glück habe ich dieses Szenario vorausgesehen und bin extra über zwei Stunden vor Abflug mit meinem Handgepäck am Flughafen aufgelaufen. Kaum bin ich geschickt dem Nacktscanner ausgewichen, lese ich auf einem der Displays, dass sich der Abflug nach Krakau um eine Stunde verzögert. Schon jetzt ist das Gebäude überfüllt, die Menschen kauern im Terminal auf dem Fußboden. Ostern in Krakau fängt damit schon so schön an, wie es sich im Laufe der drei Tage entwickeln wird!

Nach einer knappen Stunde Flugzeit merke ich noch nichts von den Macken meiner Reise: Es erwartet mich ein Bilderbuchwetter mit Sonnenschein und blauem Himmel. Nachdem ich im August in Budapest Probleme hatte, mir an den Geldautomaten von ATM Forint zu besorgen, klappt das Abheben der Zlotys am Flughafen von Krakau wie am Schnürchen. In die Stadt könnte ich einen Bus, einen Zug oder ein Taxi nehmen. Meine Wahl fällt nach der Schönefeld-Tortur auf letzteres, für umgerechnet 22 Euro bin ich superschnell im 70s Hostel im jüdischen Viertel Kazimierz.

Tempel Synagoge Krakau
Foto: Reise-Liebe

Ausflugsmöglichkeiten in Krakau

Eine tolle Lage und total freundliche Ladys an der Rezeption! Ich kann bei ihnen sogar Ausflüge zum Salzbergwerk Wieliczka oder nach Auschwitz buchen. Ja, richtig gelesen, Touren zum Inbegriff des Nazi-Völkermords werden in Krakau en masse verkauft. An fast jeder Straßenecke hängt Werbung für Auschwitz-Birkenau-Ausflüge, als handele es sich nicht um ein Konzentrationslager, sondern um Disneyland! Obwohl ich mir gerne ein Bild vom Ort des Grauens gemacht hätte, schreckt mich diese Art der Vermarktung ab.

Ich ziehe die Salzmine vor und bezahle für eine Führung mit Transfer im Hostel 170 Zloty (ewa 42 Euro). Weil meine Zeit Ostern in Krakau einfach begrenzt ist, will ich die Buchung gleich nach der Ankunft über die Bühne bringen, kurze Zeit später in der Stadt sehe ich aber Angebote ab 99 Zloty … Und was lerne ich daraus? Ganz klar: dass man vorher die Preise ein bisschen vergleichen sollte. Ich nehme die Abzocke gelassen, immerhin übernachte ich in meinem zweckmäßigen, etwas veralteten Zimmer für insgesamt 80 Euro ruhig und bequem bei schnellem WLAN. Ich habe auch ein privates Bad und schaffe es zu allen wichtigen Sehenswürdigkeiten innerhalb von Minuten zu Fuß.

Tuchhallen von Krakau
Foto: Reise-Liebe

Die prächtige Altstadt von Krakau

Wahrscheinlich beginnt mein Sightseeing in Krakau am gleichen Ort wie für die meisten Besucher der Stadt: am Rynek, dem wohl größten mittelalterlichen Platz der Welt. Er hat eine Fläche von etwa 40.000 Quadratmeter und gilt auch für Einheimische als beliebter Treffpunkt – am Denkmal des Schriftstellers Adam Mickiewicz. Ich bin absolut geflasht von diesem Ort, wo sich Seifenblasenkünstler und Straßenmusiker verlustieren!

Statue Adam Mickiewicz Rynek Krakau
Foto: Reise-Liebe

Der Hauptmarkt ist umrahmt von Kirchen und prächtigen bunten Stadthäusern mit K.u.K.-Flair. Passend zum Donau-Monarchie-Charme, fahren in der Altstadt von Krakau Fiaker für Touris. Kein Wunder, denn zu Zeiten Österreich-Ungarns gehörte die Stadt zum Kronland Galizien, das heutige Polen existierte damals auf den Landkarten noch gar nicht.

Ich gebe zu, ich habe eine Schwäche für die kaiserlich königliche Architektur und koste die Sonnenstrahlen voll aus, nicht wissend, dass es auf meinem Krakau-Kurztrip das erste und letzte Mal sein wird. Bei meinem Rynek-Debüt ertönt auf einem der beiden Türme der Marienkirche auch gleich das so genannte Hejnal. Zu jeder vollen Stunde, selbst nachts, trompetet ein Turmbläser ein Signal, das plötzlich abbricht. Das abrupte Ende der Melodie soll an einen früheren Tataren-Angriff erinnern, bei dem der amtierende Trompeter von einem tödlichen Pfeil in die Kehle getroffen wurde.

Eine blutige Geschichte rankt auch hinter den zwei unterschiedlich hohen Kirchtürmen (81 und 69 Meter). Zwei Brüder sollen sie erbaut haben. Als der ältere mit seinem Werk fertig war, befürchtete er, dass der jüngere einen höheren Turm errichten könnte und erstach ihn. Nach der Tat wollte er sich von der Kirche in die Tiefe stürzen, doch die Krakauer Bürger verhinderten den Selbstmord. Sie nahmen ihn fest und richteten ihn auf dem Rynek hin.

Ob bei dem makabren Happening schon so viele Tauben über den Platz flatterten wie heute? Die sind einer Legende nach verzauberte Ritter. Ein Prinz hatte sich bei einer Hexe Geld geliehen, das er nicht zurückzahlen konnte. Daraufhin verwandelte sie alle Ritter des Reiches in Tauben, heißt es in der Sage.

Ich würde gerne Krakau und seine Tauben von oben betrachten und dafür die über 200 Stufen in einem der Türme der Marienkirche erklimmen. Der ist aber über Ostern geschlossen. Wie so vieles! Für 10 Zloty darf ich den prunkvollen Hochaltar von Veit Stoß bewundern. Ein wahres Meisterwerk der Schnitzkunst, für das sich die kleine Investition durchaus lohnt.

Unterirdischer Marktplatz Krakau
Foto: Reise-Liebe

Ehe ich durch die basarartigen romanischen Tuchhallen wandele, besichtige ich das mittelalterliche Krakau von unten. Vor einigen Jahren fanden archäologische Ausgrabungen auf dem Rynek statt, riesige Teile des Platzes wurden dafür aufgerissen. Den unterirdischen Marktplatz kann man sich jetzt in einem gigantischen Ausstellungskeller unter den Tuchhallen anschauen: altes Mauerwerk, Gefäße, Bestecke, Schmuck und sogar Skelette von Leichen, die von den Spaten der Archäologen freigelegt worden sind!

Fiaker in Krakau
Foto: Reise-Liebe

Kulinarisches zu Ostern in Krakau

Über den dunklen Spuren der Vergangenheit werden in einem österlich dekorierten Gang in den Tuchhallen Bernsteinschmuck, polnische Handwerkskunst und Touri-Tinnef angeboten. Hier lasse ich mich langsam treiben, und was wäre Ostern in Krakau ohne einen Ostermarkt? An einer der Fressbuden verspeise ich alle vegetarisch gefüllten Piroggen, die ich gekocht und gebraten kriegen kann. Ich liebe diese polnischen Ravioli einfach und habe schon in Danzig alles dafür stehen lassen! Egal ob man sie mit Käse, Spinat, Sauerkraut, Kartoffeln oder Pilzen stopft, die Teigtaschen schmecken immer und sind mein kulinarischer Hit aus Polen.

Piroggen in Krakau
Foto: Reise-Liebe

Dicht gefolgt von dem Bergkäse Oscypek, der auf polnischen Märkten oft warm mit Preiselbeermarmelade verkauft wird. Was das süße Topping betrifft, war ich 2017 noch skeptisch, aber die Frucht harmoniert perfekt mit dem kräftig rauchigen Geschmack des Käses.

In puncto süßer Genuss trumpft die Altstadt von Krakau mit mehreren altehrwürdigen Kaffeehäusern auf, allen voran das Restaurant Noworolski, wo die Zeit um 1910 stehen geblieben zu sein scheint. Jugendstil-Dekor, plüschig purpurrot bepolsterte Sessel, Sacher-Torte und ein Pianist, der den Tasten leichte klassische Weisen entlockt, lassen mich kurz vergessen, dass ich es bis ins Jahr 2018 geschafft habe. Langsam schiebe ich mir die Torte in den Mund, schlürfe dazu Cappuccino und pfeife auf die Massenmedien, die den Menschen ständig Diätwahn vorgaukeln.

Restaurant Noworolski Krakau
Foto: Reise-Liebe

Krakaus urige Kellerkneipen

Bei Regen flaniere ich dann weiter durch die Gassen von Krakau und lande bei einem Kammer-Streicherkonzert in der Chopin-Galerie. Die Kombo nennt sich Royal Chamber Orchestra, die sich zumindest an Karfreitag als lustlose Fiedel-Truppe erweist und berühmte klassische Stücke und Filmmelodien ohne Gefühl viel zu schnell runtergeigt. Die Jungs und Mädels spielen das ewig gleiche Programm jeden Abend, sicherlich nur vor Touristen und dass dabei irgendwann die Leidenschaft flöten geht, kann ich voll verstehen.

Mein Tipp: Konzentriert Euch lieber auf die Kellerbars in Krakau! Am ersten Abend gönne ich mir ein Jazzkonzert im traditionsreichen Jazzblub U Muniaka. Eigentlich nicht so richtig mein Musikgeschmack, trotzdem will ich die Stadt mit all ihren Facetten auskosten. Am nächsten Abend im legendären Pod Baranami: Dieser unterirdische Club ist ein Zentrum für Kabarett-Freunde aus ganz Polen. Obwohl ich wenig Polnisch verstehe, sichere ich mir ein Ticket für die Show am Samstagabend und werde alles andere als enttäuscht. Die Sängerinnen und Sänger haben ausgezeichnete Stimmen, auch wenn die Inhalte komplett an meinem Verständnis vorbeigehen.

Jazzclub U Muniaka Krakau
Foto: Reise-Liebe

Pärchenstadt Krakau

Wäre ich in Gesellschaft unterwegs, hätte ich Lust, bis weit nach Mitternacht durch die urigen Kneipen zu ziehen. Das Alleinsein in Polens heimlicher Hauptstadt ist aber bittere Realität für mich. Ostern in Krakau kommt mir vor wie ein Event für verliebte Pärchen. An jeder Ecke halten sie Händchen und tauschen innige Blicke aus. Währenddessen wird bei sämtlichen Eintrittskarten, die ich kaufe, noch mal nachgehakt: “Nur eine?”

Außerdem wähne ich mich in dem Glauben, dass der Kater meiner Familie das Zeitliche gesegnet hätte. Eine WhatsApp-Nachricht meiner Mutter kurz vor dem Abflug deutet das Schlimmste an. Das regnerische kalte Wetter tut dann sein Übriges, dass ich von Traurigkeit und Einsamkeit mit Alarmstufe Rot überwältigt werde.

Wawel Krakau
Foto: Reise-Liebe

Ostern in Krakau vermeiden!

Ostern in Krakau ist allerdings noch aus einem anderen Grund eine Frustnummer: Ostersonntag sind die meisten Museen und unzählige Restaurants in der Stadt geschlossen. Nicht einmal die Kathedrale auf dem Wawel kann ich besichtigen. Unweit der Altstadt auf dem Wawelhügel thront die ehemalige Königsresidenz an der Weichsel. Alles, was diese imposante Burganlage zu bieten hat, erlebe ich nur von außen. Das gotische Königsschloss bleibt verriegelt, ebenso die einstigen Kasernengebäude. War ich dann überhaupt in Krakau, ohne das UNESCO Weltkulturerbe von innen gesehen zu haben?

Stattdessen kann ich mich noch und nöcher in königlich geschmückten Kirchen aufhalten. Nirgends habe ich so viele betreten wie in der Heimatstadt von Papst Johannes Paul II., um den hier ein Kult betrieben wird. Die katholische Kirche scheint vor Reichtum nur so zu strotzen, denn ihre Krakauer Gotteshäuser sind mit Gold und Ikonen überladen. Menschen knien vor den Altären nieder oder weinen vor dem Leib Christi, der inmitten von Blumen aufgebahrt ist. Sind die Polen wirklich so erzkatholisch, wie das Bild, das sie von sich zeigen? Auf jeden Fall lassen sie sich zu Ostern eine Menge Tourismus-Einnahmen durch die Lappen gehen!

Mein Frust erreicht einen seiner vielen Höhepunkte, als ich Ostersonntag bei Regen und eiskaltem Wind am anderen Ufer der Weichsel vor Oskar Schindlers verschlossener Fabrik stehe. Steven Spielberg hat an diesem Originalschauplatz 1993 den Film “Schindlers Liste” gedreht, heute beherbergt das Gebäude ein modernes, interaktives Museum über die NS-Zeit.

Jüdischer Friedhof Krakau
Foto: Reise-Liebe

Das jüdische Viertel Kazimierz

Im jüdischen Viertel Kazmierz schlägt Ostern in Krakau nicht ganz so mies um sich, aber auch dort sind versperrte Lokale und Museen keine Ausnahme. Der Spaß an der Reise ist mir längst vergangen, als ich frierend mit Regenschirm von Synagoge zu Synagoge zu trotte, eine Stippvisite auf dem jüdischen Friedhof mache und mich zwischendurch in jüdischen Buchläden aufwärme und im Kultrestaurant Ariel Mittag esse.

Hier bekommt man jüdische Gerichte wie gefilte Fisch, ich nehme Kartoffel-Pfannkuchen mit Gemüsesoße. Dieses Essen überrascht mich: Es handelt sich nämlich nicht um runde flache Pfannkuchen, sondern um eckige, die mindestens einen Zentimeter dick sind. Total lecker, gut gewürzt und sättigend mit einer Riesenportion Salat!

Restaurant Ariel Kazimierz
Foto: Reise-Liebe

Als preiswertes kulinarisches Muss in Kazimierz gilt Zapiekanka an den Buden am Plac Nowy (Neuer Platz): ein überbackenes Brot, das traditionell mit Käse und Pilzen belegt wird. Der Fantasie sind beim Belag keine Grenzen gesetzt. Ich möchte Kazimierz ungern verlassen, ohne wenigstens einmal Zapiekanka probiert zu haben. Für 3,50 Zloty bestelle ich mir ein halbes, weil ein ganzes ziemlich üppig und fettig aussieht und lasse mir beim Verspeisen Sturm und Regentropfen um die Nase wehen.

Tempel Synagoge Krakau
Foto: Reise-Liebe

Der eigentlich lebendige Platz gibt im Regengrau ein trauriges Bild ab. Außer Zapiekanka wird auf dem Markt gerade nichts verkauft. Rund um den Platz Nowy soll sich sonst die alternative Kunstszene von Krakau austoben. Auch davon bekomme ich wenig mit. Nur am letzten Abend der Reise höre ich mir in einem Restaurant jiddische Live-Musik mit Gitarre, Fiedel und Gesang an. Ich würde gerne an einem warmen Sommerabend noch einmal nach Kazimierz kommen und die versteckten Hinterhöfe mit ihrer Kunst entdecken. Irgendwann!

Kunst in Krakau
Foto: Reise-Liebe

Das Salzbergwerk Wieliczka

Ganz vom Wetter unabhängig ist man im Salzbergwerk Wieliczka vor den Toren von Krakau. Ostersamstag werde ein paar Meter vom Hostel entfernt per Minibus abgeholt, die Fahrt dauert eine knappe halbe Stunde. Spätestens vor dem Eingang wird mir klar, dass die unterirdischen Gänge ein Magnet für den Massentourismus sind wie offensichtlich auch das KZ Auschwitz. Die Guides versuchen trotz des nervigen Andrangs, die Gruppen gut voneinander zu trennen, so dass sich die Menschenmenge in 130 Meter Tiefe nicht allzu schlimm staut.

Trotzdem lande ich in einer Gruppe von 32 Personen. Zuerst führen 378 Holzstufen 64 Meter unter die Erde, wo sich ein 300 Kilometer langes Labyrinth verbirgt. Für Besucher sind knapp drei Kilometer des UNESCO Weltkulturerbes geöffnet. Die Gänge werden durch Kiefernholz gestützt, ganze Wälder wurden für den Salzabbau im Laufe der Jahrhunderte abgeholzt und in die Dunkelheit befördert.

Laut einer Legende soll die ungarische Kronprinzessin Kinga zur Entdeckung der Salzmine und dem damit verbundenen Reichtum in der Region beigetragen haben. Ihr ist eine märchenhafte unterirdische Kapelle aus Steinsalz gewidmet. Als weniger märchenhaft empfinde ich die Menschenansammlungen in Kingas heiliger Halle, über die eine Salzskulptur von Papst Johannes Paul II. wacht.

Salzbergwerk Wieliczka
Foto: Reise-Liebe

Auf dem Weg dorthin sieht man kleinere Kapellen, Salzkunstwerke, einen Salzsee und Bergbaumaschinen. Einmal lasse ich es mir nicht nehmen, eine Wand abzulecken, um mich endgültig zu vergewissern, dass meine Umgebung fernab von Dreckwetter und schummerigem Tageslicht aus Salz besteht. Ich trällere auch für die Gruppe ein Liedchen, als die Führerin erklärt, dass Singen hier unten gut für die Atemwege sei.

Den Ausflug nach Wieliczka kann ich bei weniger Betrieb wirklich weiterempfehlen, Ostern in Krakau eher nicht. Als ich Ostermontag noch einmal durch die Altstadt zum Bahnhof Kraków Glowny spaziere, reißt der Himmel so wunderschön auf wie Karfreitag nach meiner Landung. Genau elf Stunden nach der Abfahrt des ersten Intercitys schließe ich meine Wohnung auf und lese bei WhatsApp, dass der beste aller Kater lebt. Er ist alt, aber es geht ihm besser, während ich das hier in seiner Anwesenheit schreibe und mein Ostern in Krakau nur noch eine seltsame Erinnerung ist. (as)

7 Gedanken zu „Ostern in Krakau: Kurztrip mit Macken“

  1. Ach ja Schade, dass vieles geschlossen war in Krakau. Kenn ich leider auch zu gut. Schindlers Fabrik und die Burg sind ja quasi die Highlights in Krakau. So hast Du nun aber eine/zwei Gründe nochmal nach Krakau zu kommen. War gerade in der Bretagne und hatte das Gefühl ganz Frankreich öffnet erst am 1.April. Hat Dir Krakau denn trotzdem gefallen? LG, Mandy

    1. Hallo Mandy,
      natürlich hat mir Krakau gefallen! Für das alles, was da schief gelaufen war (zum Beispiel das Wetter), kann ja die Stadt nichts.

  2. Ich habe auch schon einmal überlegt nach Krakau zu reisen, weil es sich ja für einen Kurztrip eigentlich anbietet.
    Mit Ryanair hatte ich das letzte mal auch solche Probleme, beide Flüge waren mehr als eine Stunde verspätet.

    LG pierre von Milk&Sugar

    1. An Karfreitag bin ich angereist, an Ostermontag ging es zurück. Allgemein waren die Möglichkeiten ziemlich eingeschränkt, aber das Hauptproblem war tatsächlich Ostersonntag.

  3. Hallo Annika, Ostern ist grundsätzlich schlecht für kurze Städtetrips nach Polen. Nicht nur wegen des Wetters (Krakau liegt doch sehr östlich). Ostern ist für die Polen ein sehr wichtiges kirchliches Fest. Deshalb war auch alles geschlossen. In Deutschland ist es doch ähnlich, Ostern ist ein gesetzlicher Feiertag. Krakau hat dir wohl gut gefallen, deshalb würde ich dir wirklich empfehlen, im Sommer in diese wunderschöne Stadt zu fliegen. Zu deinen Erfahrungen als alleinreisende Frau möchte ich dir sagen, dass man das in Polen nicht kennt. Eine (polnische) Frau reist grundsätzlich mit ihrem Mann/Freund/Freundeskreis oder mit der Familie. Und wenn sie die nicht hat, dann zumindest mit einer guten Freundin 😀 oder der Mutter. Deshalb hat man nochmal nachgefragt 😀 Wärest du ein Mann, hätte sich niemand gewundert. Mir geht es genauso. Wenn ich meine Eltern ohne Mann und Kind besuche, schauen mich die Leute komisch an. Und es wird wohl so bleiben. Wie du dir schon denken kannst, komme ich aus Polen, meine Familie wohnt in Krakau und ich in Deutschland 😉 LG Beata
    PS:Dein Schreibstil ist toll!

    1. Hallo Beata,
      vielen Dank für das Kompliment! 🙂 Ja, Krakau hat mir sehr gefallen, aber der Trip hat mir auch gezeigt, dass man nicht zu Ostern nach Polen reisen sollte. Inzwischen habe ich übrigens einen Freund und vielleicht begleitet der mich mal im Sommer dorthin. Dann bleibt mir sicher die Verwunderung wegen alleinreisender Frau erspart. 😉

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