Lund: malerische Universitätsstadt bei Malmö

Universität von Lund

Wenn ich mich in Schwedens südlichster Provinz Skåne Gruppenwanderungen anschließe, treffe ich immer Menschen, die an der Universität von Lund arbeiten oder noch studieren. Sie kommen aus allen Teilen der Welt – zum Beispiel aus Pakistan, Malaysia, Polen, den USA oder dem Nachbarland Dänemark. Deutsche sind mir in Schweden bisher nicht über den Weg gelaufen.

Während ich in Malmö Station mache, erzählen mir meine neuen Bekannten unabhängig voneinander, was für eine schöne alte Stadt Lund sei. Kleiner und malerischer als meine momentane Wahlheimat, wo man ein buntes Patchwork an architektonischen Stilen vorfindet. Von Malmö Centralen, dem Hauptbahnhof, und dem meiner Unterkunft nahe gelegenen Bahnhof Triangeln fahren tagsüber etwa im Fünf-Minuten-Takt Regionalzüge Richtung Lund. Es ist eine kurze Reise, die pro Strecke 51 schwedische Kronen kostet (umgerechnet ungefähr fünf Euro).

Fachwerkhäuser in Lund
Fachwerkhäuser in Lund, Foto: Reise-Liebe

Fachwerkhäuser in Lund

Am Ziel erreicht man zu Fuß innerhalb von fünf Minuten die Altstadt, wo ich mich wie in einer guten Stube fühle. Fachwerkhäuser, gemütliche Cafés und internationale Restaurants gibt es an jeder Ecke. Natürlich bekomme ich Lust, in einem rustikalen Altstadtcafé einen Cappuccino zu trinken und ein bisschen die Seele baumeln zu lassen.

Ein zentraler Platz in Lund ist der Park Lundagård zwischen dem altehrwürdigen weißen Hauptgebäude der Uni und dem Dom. Zwischen dichten, im Februar noch nackten Bäumen gehe ich entspannt spazieren und ahne, wie dort im Sommer das Grün sprießt und das Studentenleben pulsiert.

Park Lundagård
Park Lundagård, Foto: Reise-Liebe

Skandinaviens ältester Dom

Wenn du die Stadt besichtigst, solltest du auf jeden Fall die Domkirche besuchen. Es handelt sich um Skandinaviens ältesten Dom – die Bauarbeiten starteten im Jahr 1103. Das Kirchenschiff wirkt goldig lichtdurchflutet, schlicht und bombastisch. In der Krypta im Keller kannst du durch einen imposanten Säulengang von einem Grab zum nächsten schlendern. Der Eintritt in die Kirche ist übrigens gratis.

Nach der Dombesichtigung lasse ich mich durch Lunds Einkaufsstraßen treiben, wobei mir auffällt, dass sich ein Großteil der Einwohner mit dem Fahrrad fortbewegt. Für eine Studentenstadt absolut typisch! Ansonsten fahren grüne Stadtbusse und eine einzige Straßenbahnlinie, die auf dem Bahnhofsvorplatz beginnt und im fünfeinhalb Kilometer entfernten Science Village endet.

Lunds Dom
Domkirche von innen, Foto: Reise-Liebe

Bummeln in Lund

Neben zahlreichen kleinen Modegeschäften, die aufgrund verhältnismäßiger politischer Maßnahmen alle geöffnet sind, gibt es Feinkostläden und eine Markthalle (Saluhallen) wie auch in Malmö. Beim Bummeln durch die Gänge läuft dir mit Sicherheit das Wasser im Mund zusammen, denn an den Ständen werden duftende Delikatessen angeboten – von bunten Süßigkeiten über Käse-Spezialitäten bis hin zum Gourmet-Essen.

Ich gehe weiter und entdecke Studentenheime aus dem 19. Jahrhundert: klassische Backsteinbauten mit Villen-Charakter, wie es sich für eine traditionelle Universitätsstadt gehört. Nördlich davon wird die Architektur gradliniger und funktionaler. Als Ex-Verlobte eines Astrophysikers habe ich sofort eine Ahnung, um was für Gebäude es sich handelt. Dann lese ich es an den Gemäuern: Fachbereiche für Physik und andere Naturwissenschaften. Ich spaziere zurück in die Altstadt, sammele noch ein paar Eindrücke und werde es bestimmt wieder tun, wenn im April in Lund die Tulpen blühen. (as)

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