Glücksorte auf La Gomera: Reiseglück als kompaktes Taschenbuch

Glücksorte auf La Gomera

Am 19. Juni 2026 erscheint beim Droste Verlag mein neues Reisebuch Glücksorte auf La Gomera. Dies ist kein gewöhnlicher Reiseführer: An 80 Orten entsteht zwischen tiefen Barrancos und dem Atlantik ein Mosaik aus intensiven Naturerkundungen, urigen Lokalen, malerischen Kanarendörfern, Stränden und anderen besonderen Orten. In jedem dieser 80 Kapitel steckt gelebtes Leben, von dem ich dir in diesem Artikel berichte.

Als digitale Nomadin auf La Gomera

Glücksorte auf La Gomera Cover
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Meine allererste Stippvisite auf der kleinen Kanareninsel liegt lange zurück: eine knappe Woche Urlaub in Valle Gran Rey im Jahr 2007. Damals ahne ich noch nicht, dass ich eines Tages ein Buch namens Glücksorte auf La Gomera schreiben würde. Auch nicht, als ich knapp 15 Jahre später als digitale Nomadin in Playa de Santiago für einen Monat mein Quartier aufschlage.

Verglichen mit Teneriffa, Fuerteventura und Lanzarote berührt mich aber La Gomera mit ihren starken landschaftlichen Kontrasten am meisten, so dass ich beim nächsten Mal gleich drei Monate bleibe und zweimal meine Unterkunft wechsele. Außerdem scheint die erkaltete Lava unter meinen Füßen eine magische Energie auf mich auszuüben. Meine Wanderlust führt mich auf mystische Pfade im vernebelten Lorbeerwald, zu steinigen Abgründen, fast handzahmen Ziegen und spektakulären Aussichtspunkten. Als ich La Gomera am 31. Januar 2024 erneut verlasse, ist mir klar: Über diese Insel schreibe ich ein Buch.

Glücksort Roque de Agando
Glücksort Roque de Agando, Foto: Reise-Liebe

Insel-Feeling für Glücksorte auf La Gomera

Ein Reiseführer im Eigenverlag wie beispielsweise 10 Herzensorte bei Stockholm? Zunächst ist das mein vager Plan, doch dann öffnet sich durch eine nette Plauderei unter Reiseblogger-Kollegen eine Tür: Während einer Zugfahrt erzählt mir Finnland-Experte René Schwarz von der Entstehung seines Buches Glücksorte in Helsinki. Als ich nach diesem Gespräch dem Verlag meine La-Gomera-Ideen präsentiere, habe ich Glück, und das Jahr 2025 beginnt für mich in Hermigua.

Mir ist bewusst, dass Glücksorte auf La Gomera nur halb so authentisch werden würde, wenn ich die 80 kompakten und gleichzeitig tiefgründigen Reisetipps aus der Erinnerung schreibe. Ich will echtes Insel-Gefühl und in die Landschaft blicken, während ich vor dem Laptop sitze und tippe. Schließlich lebt die beliebte Glücksorte-Reihe von Authentizität, einer leicht poetischen Note und den einzigartigen Persönlichkeiten ihrer Autoren. Abgesehen von ein paar Format- und Stilvorgaben habe ich freie Hand und darf die Glücksorte auf La Gomera selbst auswählen und fotografieren.

Das bedeutet auch, dass ich sie mit eigenen Augen sehe, rieche, höre und schmecke. Ich möchte, dass meine Leserschaft das Gefühl bekommt, schon beim Schmökern im Buch auf die Vulkaninsel zu reisen. Um das zu erreichen, habe ich nach zwei Monaten in Hermigua den schönsten Arbeitsplatz, den sich eine Reiseautorin auf La Gomera vorstellen kann. Durch ein Panoramafenster schaue ich auf Palmen, grüne Berghänge und Bilderbuchhäuser im oberen Valle Gran Rey. Meine Inspiration fließt in so kräftigen Strömen, dass ich Ende März 2025 das letzte Kapitel vollende.

Playa de la Rajita
Glücksort Playa de la Rajita, Foto: Reise-Liebe

Begegnungen bei der Buchentstehung

Buddha von Arguamul
Buddha von Arguamul, Foto: Reise-Liebe

Einige der 80 Glücksorte auf La Gomera hätte ich ohne zwischenmenschliche Begegnungen auf der Insel nur schwer oder gar nicht erkundet. Danken möchte ich zum Beispiel Anne aus Bayern, die ich durch den gesprächigen schwarzen Strandkater Ninja an der Promenade von Valle Gran Rey kennengelernt habe.

Auf einer schmalen, abenteuerlichen Straße chauffiert mich die langjährige La-Gomera-Liebhaberin in das abgelegene Dorf Arguamul, wo wir uns auf eine Wanderung zur naturbelassenen Playa begeben. Vorher statten wir der herzlich lächelnden Buddha-Figur einen Besuch ab. Warum dieser dickbäuchige Koloss auf einer Holzpalette am Rande von Arguamul sitzt? Das erfährst du selbstverständlich in meinem Buch.

Playa de Arguamul auf La Gomera
Glücksort Playa de Arguamul, Foto: Reise-Liebe

Wie am Rande der Welt wirkt auch die Playa de la Rajita im Süden der Insel – ein Lost Place mit einer stillgelegten Fischfabrik, zu dem mich die polnische Anglistik-Professorin Magdalena begleitet. Nur selten fahren Busse über die lange Serpentinenstraße nach La Dama. Ja, für die Entdeckung mancher Glücksorte braucht man Zeit, Ausdauer und idealerweise einen Mietwagen.

In Hermigua wohne ich Tür an Tür mit der deutschen Rentnerin Brigitte. Bei unserer ersten Begegnung macht sie mir eine Szene, weil ich musiziere. Kein Wunder, die Wände sind dünn wie Papier. Trotz unterschiedlicher Bedürfnisse und Meinungen raufen wir uns zusammen und wandern auf steinigen Pfaden zum alten Höhlendorf Cuevas Blancas – ein Glücksort in den Bergen bei San Sebastián, den man besser in Gesellschaft besucht.

Ebenfalls dank der herausfordernden Brigitte wird der Mirador de Borges in Hermigua zu einem Glücksort. Während ich den Blick über das Tal bis zum Ozean schweifen lasse, mache ich dort oft Musik an der frischen Luft.

Vielleicht ist das am Ende das Schönste an La Gomera: Die Insel entschleunigt den Alltag und bringt Menschen zusammen, die sich unter anderen Umständen vermutlich nie begegnet wären. So trägt das Buch neben dem Duft kanarischer Kiefern, dem Rauschen des Atlantiks und der wilden Schönheit der Barrancos auch ein Stück meiner eigenen Geschichte in sich. (as)

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