Alle Routen selbst zu organisieren, um individuell solo zu reisen, kann Nerven, Schweiß und Abenteuer bedeuten. Erst recht, wenn man gerne im Voraus plant und die Tour dann völlig anders läuft, als man sie sich vorgestellt hat. Genau das ist mir auf meiner Busreise Kroatien Albanien passiert – auf sämtlichen Abschnitten der landschaftlich eindrucksvollen Strecke.
Route der Busreise Kroatien Albanien
Mitte Februar bin ich noch an der Côte d’Azur, als ich eine Wohnung am Strand von Durrës miete und mir überlege, wie ich von Šibenik in diesen beliebten Urlaubsort an der albanischen Adriaküste komme. Auf Fliegen möchte ich verzichten, und deshalb bleibt ohne Auto nur der Fernbus als Alternative.
Ich bin der festen Überzeugung, dass ich es am ersten Reisetag bis Budva in Montenegro schaffe. Immerhin hätte ich zwischen dem Bus nach Dubrovnik und meinem Anschluss satte 50 Minuten Pufferzeit. Außerdem habe ich beim Thema Pünktlichkeit mit Flixbus trotz unbequemer Nachtreisen nach Kroatien immer gute Erfahrungen gemacht.
Also miete ich mir für zwei Nächte ein Zimmer in Budva, um dort einen ruhigen Tag zu verbringen und die vielen Straßenkatzen zu füttern. Sobald ich mich von der langen Bustour erholt habe, könnte ich ja am Folgetag weiter nach Albanien reisen. Zu meinem Glück gibt es einen direkten Fernbus von Budva über Tirana nach Durrës. Alle drei Fahrkarten für die Busreise Kroatien Albanien buche ich Mitte Februar – nicht ahnend, dass eines dieser Tickets verfallen wird und ich in Budva in einer anderen Unterkunft schlafen werde.
Verpasster Anschluss nach Montenegro

Am 30. April gabelt mich der giftgrüne Bus nach Dubrovnik in Skradin bei den Krka Wasserfällen auf. Wer hier zusteigt, sollte unbedingt wissen, dass Flixbus auf der Fahrkarte eine falsche Adresse für die Haltestelle angibt. Zu meinem Glück haben dieses Problem schon einige Busreisende bei den Google-Bewertungen für diesen Stopp bemängelt.
Während ich an der richtigen Haltestelle an der Hauptstraße warte, bekomme ich eine E-Mail des Busunternehmens: Mein Start der Busreise Kroatien Albanien verzögere sich um 24 Minuten – mit dem Hinweis, dass ich den „grünen Superbus“ live verfolgen könne. Ich stehe mir die Füße in den Bauch, starre in die Richtung, aus der mein Fortbewegungsmittel antuckern müsste und spüre, wie mein Herz immer schneller wummert. Mehr als 24 Stunden ziehen ins Land, ein Schweißfilm überzieht meine Handflächen, und nach knapp einer Stunde klicke ich auf die Live-Verfolgung in der E-Mail: bereits über eine Stunde Verspätung!
In diesem Moment wird mir klar, dass ich meinen Anschluss nach Budva mit hoher Wahrscheinlichkeit verpassen werde und ich mich sowohl um ein Busticket am 1. Mai als auch um eine Übernachtungsmöglichkeit in Dubrovnik kümmern darf. Ich visiere den Bus nach Budva am nächsten Morgen an. Der ist allerdings bis auf den letzten Platz ausgebucht, und für die abendliche Verbindung sind nur noch vier Plätze verfügbar. Kurz bevor der Bus nach Dubrovnik endlich ankommt, schlage ich zu.
Nachdem ich total entnervt meinen Sitzplatz in dem stickigen, supervollen Bus eingenommen habe, reserviere ich ein Bett in einem Hostel-Schlafsaal in der Nähe des Dubrovniker Busbahnhofs. Über die App klappt alles perfekt, doch dann schreibt mir der Betreiber WhatsApp: Er könne mir diese Buchung nicht bestätigen, aber ich hätte die Möglichkeit, kostenfrei zu stornieren. Für den doppelten Preis entscheide ich mich Minuten später für ein privates Zimmer in einem Hostel in der gleichen Gegend. Schließlich bin ich wie ein Esel mit Koffer, Gitarre und Backpacker-Rucksack beladen und habe keine Energie mehr, kreuz und quer durch die „Perle der Adria“ zu trotten.

Zeit totschlagen in Dubrovnik
Der erste Teil der Busreise Kroatien Albanien beschert mir über zwei Stunden Verspätung. Im Raum Split kommt es wegen Bauarbeiten und Massentourismus auf der Straße zu weiteren Verzögerungen. Getoppt wird das Ganze am Bussteig von der riesigen Menschenmenge, die von Split nach Dubrovnik weiterreisen möchte – zahlreiche US-Amerikaner, der Serie Game of Thrones sei wahrscheinlich „Dank“!
Dass ich am Abend in einem privaten Zimmer mit eigenem Bad statt im Schlafsaal lande, erweist sich trotz des morgendlichen Gestanks nach Kanalisation und Insektenspray als glücklicher Wink des Schicksals. Der Reisestress hat so stark an mir gezehrt, dass ich Ruhe statt um mich herum wuselnde Menschen brauche.
Am nächsten Morgen sehe ich in einem Straßencafé den vollen Bus nach Budva vor meinen Augen abfahren. Obwohl ich gerne mit an Bord wäre, schmiede ich einen Plan: die Zeit nutzen, um in der Altstadt ein kinoreifes Reel für Kroatien-Liebe zu drehen und damit für private, deutschsprachige Stadtführungen auf meiner Plattform zu werben.
Doch ist das Disneyland oder Dubrovnik? Mai oder längst Hauptsaison im August? Ich tippe auf beides: Massen schieben sich an überteuerten Restaurants und Touri-Kitsch-Geschäften vorbei. Derweil spielt mein Gehirn in Endlos-Schleife den Song „Tainted Love“, bis mich Kopfschmerzen plagen. Mit Blick auf die touristischen Entwicklungen und den vielerorts achtlosen Umgang mit der Natur in Kroatien kommt mir öfters dieses Lied in den Sinn. Die rosarote Brille liegt längst zwischen Plastikmüll auf dem Meeresgrund, übertüncht von leuchtendem Türkis.
Stressige Weiterreise nach Budva
Trotz wundervoller Erlebnisse in Dalmatien bin ich froh, als die Busreise Kroatien Albanien gegen Abend weitergeht. Ich habe die Nase voll von Dubrovnik! Inzwischen ist auch dieser Bus bis auf den letzten Platz ausgebucht, und deshalb kommt es an der montenegrinisch-kroatischen Grenze zu über einer Stunde Wartezeit. Kroatien und Montenegro betreiben jeweils ein Grenzhäuschen, die beide im Gänsemarsch mit Dokumenten passiert werden müssen. Das bedeutet: Zweimal alle Reisenden raus aus dem Bus und anstehen!
Eine Panoramafahrt entlang der Bucht von Kotor kann ich vergessen. Als wir in Montenegro ankommen, ist es längst stockdunkel. Und wer jetzt glaubt, die Strapazen dieser Reise seien beendet, der irrt sich gewaltig. Auf den letzten Kilometern zwischen Tivat und Budva ist die Straße wegen Bauarbeiten aufgerissen. Der Bus rattert im Schneckentempo über Schotterberge, stößt ein paar Male unsanft auf und handelt sich wie der Kollege am Vortag über zwei Stunden Verspätung ein.
Wie ich weiter oben erwähnt habe, übernachte ich auch nicht in der im Februar reservierten Unterkunft in Budva. Im Zuge eines Hacker-Angriffes bei Booking.com kam es im April zu verdächtigen Zahlungsaufforderungen und Nicht-Reaktionen auf Nachrichten meinerseits, so dass ich kurzerhand das Zimmer storniert und eine Alternative gebucht habe – glücklicherweise näher am Busbahnhof, denn wer möchte kurz vor 23 Uhr nach einer stressigen Anreise noch weit laufen?
Endspurt nach Durrës mit Verzögerungen
An der Station von Budva geht am dritten Reisetag ebenfalls nichts so wie geplant. Der Bus nach Durrës trudelt mit fast einer Stunde Verspätung dort ein, und der Fahrer fordert mich auf, sogar meine Gitarre unten im Gepäckfach zu verstauen. Der Grund: Es gebe in dem vollen Bus keinen Stauraum mehr. Ja, voll ist er tatsächlich, denn was will man anderes erwarten, wenn ein Fernbus am frühen Morgen im Touri-Mekka Dubrovnik losfährt?
Das Publikum dieser Busreise Kroatien Albanien ist multikulti: Bis Podgorica sitze ich neben einer kanadischen Soloreisenden, die ich auf Ü60 bzw. Ü70 schätze. Ihr Mann sei zu Hause in Kanada geblieben, während sie zwei Monate durch Europa reise. Übernachtet werde in Schlafsälen – im Alter stelle man keine großen Ansprüche mehr, erzählt sie mir. Insgeheim bewundere ich sie und kritisiere mich in Gedanken für meine Empfindlichkeit, die immer mehr an mir nagt.
Am montenegrinisch-albanischen Grenzübergang in Hani i Hotit erlebe ich ein Déjà-Vu – ebenfalls über eine Stunde des Wartens auf die Weiterfahrt. Um diese Form des Ausgeliefertseins leichter zu ertragen, fixiere ich meinen Blick auf den idyllischen Skadarsee hinter dem Grenzzaun, atme tief ein und aus und fühle, wie sich allmählich Ruhe in mir ausbreitet.
Die meisten der internationalen Mitreisenden steigen in Shkodër und Tirana aus, bis Durrës fährt nur noch eine Handvoll mit, eine davon bin ich. Nach ungefähr 90-minütiger Verspätung ist es eine Wohltat, mich am Abend im Airbnb-Apartment auszuruhen und die abenteuerliche Busreise Kroatien Albanien zu den Akten zu legen.

Lohnt sich die Busreise Kroatien Albanien?
Mein Fazit zu diesem Trip? Landschaftlich zwischen majestätischen Bergen und der Adria ein Traum, der im privaten PKW oder Camper-Van sicherlich ein Vergnügen wäre. Die unerwarteten Menschenmassen so früh im Jahr waren für mich jedoch ein Stressfaktor, der zu den Verspätungen aller drei Fernbusse beigetragen hat. Mit dem Wissen von heute hätte ich wohl in den sauren Apfel gebissen, zwei Nächte in Dubrovnik zu buchen, um mir den verpassten Anschluss nach Budva zu ersparen. (as)
