Roskilde: Festivalstadt mit UNESCO Weltkulturerbe

Roskilde Palais und Dom

Wenn du länger als zwei oder drei Tage in Kopenhagen verweilst, solltest du ein paar Ausflüge in die kleineren Städte im Umland machen. Rund um die dänische Hauptstadt gibt es eine Reihe prachtvoller Schlösser wie Kronborg in Helsingør zu entdecken. Ein weiterer heißer Ausflugstipp ist Roskilde. Die Universitätsstadt hat sich erstens mit dem jährlich stattfindenden Roskilde-Musikfestival einen Namen gemacht. Zweitens bietet sie beeindruckende Sehenswürdigkeiten, von denen der Dom die bedeutendste ist: Er wurde 1995 zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt.



Mit der Bahn nach Roskilde

Vom Kopenhagener Hauptbahnhof erreicht man Roskilde innerhalb von 20 Minuten mit der Bahn. Die öffentlichen Verkehrsmittel in der Region sind absolut zuverlässig, allerdings können die Tarife reichlich Verwirrung stiften. In Kopenhagen und den umliegenden Gemeinden existiert ein undurchschaubares Zonensystem. Wenn man gerade nicht in Dänemark mit einer Sozialversicherungsnummer registriert ist, zahlt man für die Tickets grundsätzlich mehr als die Einheimischen. Und eine Kurzstrecke ist nicht unbedingt günstiger als eine längere Reiseroute. Von der aufladbaren Rejsekort und dem schnell schwindenden Guthaben lasse ich mir aber nur selten die Stimmung verhageln. Die Sonne scheint zu schön, als ich in Roskilde ankomme und das macht Lust, ein Video (siehe unten) für meinen YouTube-Kanal zu drehen.

Roskilder Marktplatz
Marktplatz von Roskilde, Foto: Reise-Liebe

Gemütlicher Stadtbummel zum Dom

Typisch für dänische Kleinstädte ist eine gemütliche Fußgängerzone mit allerhand geschmackvollen Läden. So gibt es auch in Roskilde eine Einkaufsstraße, wo man zum Beispiel nordisches Design shoppen kann. Da Samstag ist, findet auf dem Marktplatz Stœndertorv rund um den Brunnen ein Wochenmarkt statt. An den Ständen verkaufen die Händler Handwerkskunst, Kleidung oder auch Gebäck, Obst, Gemüse und lokale Spezialitäten. Die rötliche Backsteinarchitektur des Nordens dominiert die Gebäude rund um den Platz. Charakteristisch für solche alten Bürgerhäuser sind die stufenförmigen Giebel, die ebenfalls in Norddeutschland und Südschweden vorkommen können.

Bis zum Dom zu Roskilde ist es vom Marktplatz nur ein Katzensprung. Nachmittags hat das imposante Bauwerk für wenige Stunden seine Pforten geöffnet und kann für umgerechnet rund zehn Euro besichtigt werden. Falls du das möchtest, solltest du im Sommer früh zur Stelle sein, weil sich vor dem Eingang schnell mal lange Touristen-Schlangen bilden. Immerhin handelt es sich um einen royalen Dom, in dem 20 dänische Könige und 17 Königinnen bestattet wurden. Eine weitere Besonderheit sind die unterschiedlichen in ihm vereinten Architekturstile: Begonnen wurde der Bau um 1170 im romanischen Stil, ab 1200 fand ein Umbau im Stil der Gotik statt und die beiden wuchtigen Westtürme stammen aus dem 14. Jahrhundert. Mit der Kamera gestaltet es sich schwierig, diese gigantische Kirche in Gänze abzulichten.

Gleich nebenan magnetisiert mich das Roskilde Palais mit seinem strahlenden Sonnengelb. Seit 1923 Bischofssitz, beherbergt es auch eine Kunstgalerie, wo Gemälde und Fotografien von Künstlern aus der näheren Umgebung ausgestellt werden. Der Eintritt ist frei. Sofern du dich für Kunst interessierst, bist du in Roskilde übrigens genau richtig: In der Innenstadt haben sich mehrere Galerien angesiedelt und in einer davon schaue ich einem Maler bei der Arbeit über die Schulter.

Wikingerschiff in Roskilde
Wikingerschiff in Roskilde, Foto: Reise-Liebe

Wikinger am Roskilde Fjord

Am Dom führt ein begrünter Weg durch eine Parkanlage hinab zum Hafen. Hier hast du die Option, ein Wikingermuseum zu besuchen. Das ist sicherlich für Familien mit Kindern eine tolle Erfahrung, weil man mit der Eintrittskarte Zugang zu einem Wikingerschiff bekommt. Neben dem Museum befindet sich die Marina von Roskilde und am Ufer schlängelt sich ein Spazierweg stadtauswärts um den wunderschönen Fjord. Auf diesem Pfad wandele ich durch die Natur, das Meer immer an meiner Seite und zur anderen manchmal Kühe. Ich wandere noch ein kurzes Stück durch einen Wald, ehe ich umkehre und wünschte, ich hätte mein Fahrrad bei mir. Dann würde ich noch viel weiter die Landschaft rund um den Roskilde Fjord erkunden und wäre nicht mehr von der Bahn und ihrem Zonensystem abhängig. Dänemark ist einfach ein richtig gutes Fahrradland! (as)

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