Große Wanderung am Tegeler See und der Havel

Wanderung Tegeler See

Sommer ist meine Lieblingsjahreszeit in Berlin: Wann immer ich Zeit habe, entfliehe ich der City und genieße zum Beispiel bei einer Wanderung Tegeler See und Havel. Bei Planet Outdoor habe ich eine 15 Kilometer lange Tour entdeckt – eine leichte Route ohne großartige An- und Abstiege. Kein Wunder, denn Berlin ist eh ziemlich flach!

Mit der U-Bahnlinie 6 fahre ich zur nördlichen Endstation Alt-Tegel. Wenn ich dort aussteige, fühlt sich das immer ein bisschen an wie Urlaub. In der verkehrsberuhigten Straße Richtung See reiht sich ein Café und Restaurant neben das andere.

Start an der Greenwichpromenade

Hier und an der Greenwichpromenade kann man herrlich flanieren. Der Uferweg am Tegeler See wurde übrigens nach dem Londoner Stadtteil Greenwich benannt – dank der Verpartnerung mit dem Berliner Bezirk Reinickendorf. An der Greenwichpromenade warten Ausflugsdampfer wie „Moby Dick“ und „Havel Queen“ auf Passagiere.

Ich biege rechts ab und überquere die rote Sechserbrücke. Hätte ich das vor 1922 gemacht, wäre ich dafür um fünf Pfennig Brückenzoll berappt worden. Skurrilerweise hieß das Fünf-Pfennung-Stück damals Sechser und daher rührt bis heute der Name der Brücke.

Sechserbrücke Tegeler See
Foto: Reise-Liebe

Auf dem Uferweg am Tegeler See sind viele Spaziergänger und Radfahrer unterwegs. Manche werfen einen Kommentar in meine Richtung, weil ich wegen des WM-Viertelfinales Russland gegen Kroatien ein rotweiß kariertes T-Shirt trage. Ein Typ auf einem Drahtesel sagt zu seinem Kumpel: „Heute wirft Russland Kroatien aus der WM!“ Ich grinse den beiden hinterher, weil ich schon längst weiß, dass er Unrecht hat.

Segelboote am Tegeler See
Foto: Reise-Liebe

Waldweg durchs Tegeler Forst

Zu meiner Linken passiere ich Rudervereine, Segelclubs und jede Menge Boote, bis ich am Ende des Weges an eine Asphaltstraße gelange, den Schwarzen Weg. Ich gehe auf die andere Seite und biege scharf rechts auf den Waldweg mit der gelben Markierung ab.

Eine ganze Weile bewege ich mich im Schatten dichter Bäume auf einem Schotterweg durchs Tegeler Forst und höre meine Mami in meinem Kopf warnen: „Geh nie alleine in den Wald, schon gar nicht in Berlin!“ Okay, dann lasse ich die Stimme einfach mal reden und überquere an der Bushaltestelle Mühlenweg eine Autostraße. An der anderen Straßenseite setzt sich der Waldweg fort.

Waldweg im Tegeler Forst
Foto: Reise-Liebe

Uferweg an der Havel

Am Ende steht links ein grüner Toilettenwagen – auch eine wichtige Info, wenn man bei einer langen Wanderung Tegeler See und Havel erkundet! Letztere präsentiert sich unter blauem Himmel direkt vor mir. An einem Sandstrand aalen sich Badende im Fluss, ich halte mich auf der Sandhauser Straße links und spaziere ein kurzes Stück über einen Bürgersteig. Dann mache ich einen Rechtsschwenker auf den Uferweg an der Havel.

In diesem Teil der Hauptstadt ist ein Haus schöner als das andere, die Balkons haben alle eine Super-Aussicht aufs Wasser und ich würde meine dunkle Altbau-Bude sofort dagegen tauschen. Am Ufer ankern Segel- und Motorboote, dazu passend haben sich Segelschulen und Bootsvereine angesiedelt.

Boote an der Havel in Berlin
Foto: Reise-Liebe

Tipp: Restaurant „Zur Sonne“

Auf dem Pfad nach Konradshöhe, wo man das Kraftwerk Oberhavel sieht, laden ein paar Einkehrmöglichkeiten zu einer Erfrischung ein, beispielsweise das Restaurant „Zur Sonne“. Auf der gut besuchten Terrasse hat man die Havel im Blick – ein netter Platz, um mir einen Sanften Engel zu bestellen (Orangensaft mit Vanille-Eis). Da ich äußerst freundlich bedient werde, empfehle ich Euch das Lokal gerne weiter. Natürlich kann man für den großen Hunger auch warme Gerichte ordern.

Restaurant Zur Sonne Berlin
Foto: Reise-Liebe

See-Idylle ab Tegel-Ort

Nach der Konradshöhe finde ich mich in Tegel-Ort wieder, wo der Uferweg plötzlich zu Ende ist. Die Promenade am Tegeler See lässt sich zum Glück leicht und schnell ausfindig machen: Man biege links in die Scharfenbergstraße ab und dann sofort rechts ins Tegelorter Ufer.

Alle paar Minuten beobachte ich Flugzeuge, die am Flughafen Tegel starten und mit einem Heidenlärm über den See fliegen. Zwar habe ich beim Volksentscheid für die Erhaltung des Airports gestimmt, doch die Bewohner von Tegel-Ort haben mit Sicherheit unter dem Krach zu leiden …

Baden am Tegeler See
Foto: Reise-Liebe

Trotzdem handelt es sich um den wohl schönsten Streckenabschnitt der Wanderung: Es gibt mehrere idyllische Badestellen – nicht nur für die Massen, sondern auch ein paar lauschige Plätzchen. Zu schade, dass manch einer die Natur nicht achtet und seinen Müll achtlos ans Ufer wirft! Ein allgemeines Problem in Berlin. Das Strandbad Tegel ist geschlossen und nach einer ganzen Weile des Wanderns gelange ich beim Auswärtigen Amt wieder auf den Schwarzen Weg.

Wandern am Tegeler See
Foto: Reise-Liebe

Dauer der Wanderung Tegeler See

Hier schließt sich der Kreis der Wanderung Tegeler See und Havel: Auf dem bereits bekannten Uferweg kehre ich über vier Stunden nach dem Start zur Greenwich Promenade zurück. Planet Outdoor setzt als Dauer nur drei Stunden an für diese Tour. Weil ich aber vier Wochen nach einem Bänderriss noch eine Fußschiene trage, langsame Schritte und öfters Pausen mache, dauert es bei mir dieses Mal länger. Und dabei erfreue ich mich wie immer an der Natur in Berlin! (as)

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