Inselhüpfen in Kroatien: von Hvar bis Lastovo

Inselhüpfen in Kroatien

Im Juni reise ich wieder quer durchs Land, diesmal habe ich auch Inselhüpfen in Kroatien im Programm. Solch eine Reise kann man locker und preiswert selbst organisieren, denn in der kroatischen Inselwelt verkehren zahlreiche Fähren, zum Beispiel die Schiffe der Jadrolinija. Meine Wahl fällt auf das Fußgängerboot Judita (ein sogenannter Katamaran), das Split für ein paar Euro pro Strecke mit den Inseln Hvar, Korčula und Lastovo verbindet.

Massentourismus auf Hvar

Am 11. Juni geht es als erstes in den gleichnamigen Hauptort von Hvar. Schon im Hafen von Split fällt auf: Der Andrang auf Judita ist gewaltig! Am Kai warten viele Asiaten, Briten und Amerikaner, von denen sich die allermeisten nach 75-minütiger Überfahrt zum Ausgang drängen. An der Anlegestelle erlebe ich Volksfeststimmung unter praller Sonne. Internationale Massen wuseln an den Bars und Souvenirständen mit kroatischen Andenken „Made in China“ vorbei.

Der Hafen scheint so vollgestopft mit Segelbooten, Yachten und Ausflugskuttern, dass man sich Parkplätze für alle Wasserfahrzeuge kaum vorstellen kann, schon gar nicht während der Hauptsaison. Die Lokale haben ihr Angebot samt Preise dem zahlungsfreudigen Publikum aus dem Ausland angepasst. Kroatisch hört man in diesem malerischen dalmatinischen Hafenort kaum – eine gewisse Authenzität spürt man in Hvar noch auf dem Markt hinter dem mondänen Hauptplatz.

Hvar Kroatien
Foto: Reise-Liebe

An der Riva warnen Schilder Partytouristen mit hohen Geldstrafen, falls sie sich in der Stadt entblößen oder sich an öffentlichen Plätzen die Kante geben. Fraglich, ob solche Drohungen ihren Sinn und Zweck erfüllen, schließlich passen gewisse Reiseagenturen in Hvar ihr Angebot liebend gerne der Nachfrage an. So lande ich am 12. Juni auf einem Speedboot mit jungen Briten, die sich offenbar gesagt haben: Wenn wir nicht im Ort bechern dürfen, tun wir es eben an Bord!

Inselhüpfen in Kroatien kann also durchaus für Missfallen sorgen, denn nicht jedes touristische Angebot erfreut jeden. Ich bin froh, als Judita zurückkommt und mich nach einem Tag auf Hvar nach Lastovo mitnimmt. Als wieder eine riesige Horde von Bord marschiert ist, sticht nur noch ein Bruchteil dieser Anzahl in See.

Hafen von Hvar
Foto: Reise-Liebe

Inselhüpfen in Kroatien: Lastovo

Diejenigen, die im Hafenort Ubli auf Lastovo aussteigen, kann ich an einer Hand abzählen. Das grüne Eiland mit dem höchsten Punkt Hum (417 Meter) ist von 46 Inselchen umgeben und übt auf Segler, Naturfreunde, Outdoor-Sportler und Abenteurer eine magnetische Anziehungskraft aus. Ich habe mir eine Unterkunft in einer besonders idyllischen Bucht gesucht – in der Uvala Pasadadur, rund drei Kilometer vom Fährhafen entfernt.

Einen Massentourismus wie auf Hvar sucht man auf Lastovo vergeblich, die Adria schimmert noch türkiser und klarer als sie es in Kroatien sowieso schon tut. Trotz Renovierungsarbeiten vor sechs Jahren hat sich das 1981 erbaute Hotel Solitudo einen gewissen Jugo-Charme bewahrt. Wer hier Urlaub macht, will entspannen und sich an der wild romantischen Landschaft erfreuen – 2006 wurden Lastovo und die umliegenden Inseln zum Naturpark erklärt.

Lastovo Kroatien
Foto: Reise-Liebe

Im Hauptort, der auch Lastovo heißt, trinken Einheimische in den Cafés am Ortsrand gemütlich Kaffee, in den Gassen und zwischen den zum Teil recht verfallenen Steinhäusern begegnen mir Katzen.

Das Fischerdorf Lučica steht mit seinen gerade mal 30 Häusern unter Denkmalschutz, so dass Hotelbunker gar keine Chance hätten, sich am Strand anzusiedeln. Mit Fahrer Anto vom Hotel erkunde ich die ganze Insel und schreibe hinterher alles ausführlich in einem langen Reisebericht auf. Als ich nach zwei Übernachtungen auf Lastovo Abschied nehme, fühle ich mich wehmütig und weiß, dass ich zurückkehren werde – irgendwann in nicht allzu ferner Zukunft.

Vela Luka Korcula
Foto: Reise-Liebe

Vela Luka auf Korčula

Mein kurzes Inselhüpfen in Kroatien beende ich mit einer Stippvisite in Vela Luka (zu Deutsch: großer Hafen) auf Korčula. Der Ort macht seinem Namen alle Ehre – es handelt sich tatsächlich um einen sehr langgezogenen Hafen mit vielen Biegungen und wenig Bademöglichkeiten. Trotz eines stundenlangen Stromausfalls weiß ich meine Zeit gut zu nutzen, besuche den Olivenöl-Familienbetrieb Fanito und die Steinzeithöhle Vela Spila (große Grotte).

Sie liegt ungefähr 130 Meter über dem Ort und der Weg zu ihr bietet einen fantastischen Panorama-Ausblick über die Bucht und die grünen Hügel in der Umgebung. Die Ausgrabungsarbeiten in der Vela Spila sind noch lange nicht beendet, für Geschichtsinteressierte und Archäologie-Freaks lohnt sich der Aufstieg aber allemal.

Aussicht über Vela Luka
Foto: Reise-Liebe

Schaue ich nun auf mein Inselhüpfen in Kroatien zurück, hätte ich mir Hvar wegen der grenzwertigen Tourismus-Strategie gerne erspart, wurde mit der Schönheit von Lastovo und der Herzlichkeit meiner Gastgeber aber doppelt und dreifach belohnt. (as)

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