(Blogger-Kooperation, enthält Werbung) Der Nationalpark Valkmusa (finnisch: Valkmusan kansallispuisto) in Südfinnland ist das ideale Ausflugsziel für Liebhaber der nordischen Flora und Fauna. Auf den Naturpfaden und Rundwanderwegen können Menschen aller Altersgruppen das ganze Jahr über Vögel wie Fischadler, Kraniche und Gänse beobachten, frische, saubere Luft einatmen und entspannt spazieren gehen. Während im Sommer leckere Beeren aus der feuchten Erde sprießen und Sumpfschmetterlinge ins Blickfeld flattern, erkunde ich den Valkmusa Nationalpark bei Eis und Schnee: auf Langlaufskiern in Kooperation mit dem Tourismusverband Visit Kotka Hamina.
Ski-Langlauf im Nationalpark Valkmusa

Bei -10 Grad Celsius beginnt das Winterabenteuer am Parkplatz von Simonsaari, wo es übersichtliche Wegweiser für Natur-Touren und eine Trockentoilette gibt. In unmittelbarer Nähe steht ebenfalls ein Aussichtsturm für Vogelbeobachtungen. Als ich mit Viktoria vom Tourismusverband auf dem Parkplatz am Valkmusa National Park ankomme, erwarten uns bereits deren Kollegin Anne und Simo vom lokalen Ausflugsveranstalter Retkipiste. Im Sommer organisiert Simo hauptsächlich sommerliche Kajaktouren auf dem Fluss Kymijoki.
An diesem frostigen Wintertag hat er Skier bereitgestellt. Wir haben die Wahl zwischen langen, schmalen Langlaufskiern und der kurzen, breiten Variante, mit der ich mich einige Tage zuvor in Oulu vertraut gemacht habe. Zu viert entscheiden wir uns für letztere, weil sie sich am besten für tieferen Schnee eignen und dort in Kombination mit den Ski-Stöcken einen stabilen Halt gewähren.
Ein kurzes Stück stapfen wir über die Holzplanken des schneebedeckten Naturpfads, ehe wir aufs Moor gleiten. Das Sumpfgebiet im Nationalpark Valkmusa ist im Frühling, Sommer und Herbst nicht passierbar – selbst wer Gummistiefel trägt, bekommt mehr als nur nasse Füße, wie Simo nach einem Selbstversuch berichtet: „Nach ein paar hundert Metern bin ich umgekehrt.“
Ich kann es nachvollziehen: Ab und zu geraten wir nämlich mit den Skiern auf Pfützen, unter denen das Wasser noch nicht komplett gefroren ist. Das lässt erahnen, wie die Landschaft ohne Schnee aussieht und die Luft von Vogelgesang erfüllt ist. Ganz ohne Vögel bleibt der Winterausflug aber nicht. Zum Beispiel erspähen wir einen Fischadler, und Simo zeigt mir, wo er sein Nest gebaut hat.
Auf der rund vier Kilometer langen Strecke zur Moronvuori-Hütte im Wald gerate ich trotz der Minusgrade ganz schön ins Schwitzen. Nach ungefähr der Hälfte des Weges nehme ich die Brille ab, weil mir die beschlagenen Gläser ordentlich die Sicht behindern. Fazit: Falls du eine Sehschwäche hast, ist es ratsam, beim Langlaufski im Valkmusa National Park Kontaktlinsen zu tragen.
Die letzten Meter vor der Mittagspause führen an einer mächtigen Felswand vorbei. Immer wieder kreuzen solche Relikte aus der letzten Eiszeit in Finnland meinen Weg – egal ob auf dem Naturpfad in Santalahti oder während meiner Radreise auf dem EuroVelo 10. Granit ist allgegenwärtig und verleiht den Wäldern des Nordens ihre besondere Mystik.

Grillen an der Moronvuori-Hütte
Und die Finnen lieben es, zu jeder Jahreszeit vor solch spektakulären Naturkulissen zu grillen. An der Hütte im Nationalpark Valkmusa, in der es möglich ist, mit Schlafsack und Luftmatratze zu übernachten (idealerweise im Sommer), befindet sich ein überdachter Picknickplatz mit einer runden Feuerstelle.

Als die ersten Flammen knistern und ein Gefühl von Geborgenheit versprühen, lege ich Mütze, Schal und Handschuhe ab und spüre erst jetzt wieder die schneidende Kälte, die ein Winter in Finnland mit sich bringt. Auf den Skiern im Moor habe ich sie wegen der Bewegung fast vergessen. Meine klammen Hände wärme ich über dem Grill, auf dem fleischige und vegane Würstchen, Halloumi und Brötchen brutzeln. Auch eine Tasse mit heißem Kaffee aus Annes Thermoskanne wirkt Wunder gegen eisige Temperaturen.
Als das Essen vor uns auf dem rustikalen Holztisch steht, sind wir uns alle einig: In der Natur schmeckt Gegrilltes nach intensiven Outdoor-Aktivitäten gleich doppelt so gut. Und es stärkt uns für den Rückweg nach Simonsaari. Simo wählt eine leicht abgewandelte Strecke, so dass wir am Ende neun Kilometer auf Skiern unterwegs gewesen sind.

Wo übernachten beim Nationalpark Valkmusa?
Doch wo am Valkmusa Nationalpark übernachten, wenn es noch viel zu kalt ist, um in der Moronvuori-Hütte Unterschlupf zu suchen? An den rauschenden Stromschnellen des Kymijoki liegt Erämys Keisarin Kosket, wo die wunderschöne Aussicht auf den Fluss für Glücksmomente sorgt. Während der warmen Jahreszeit veranstaltet die Unterkunft abenteuerliche Rafting- und Kajaktouren durch die Wildnis.
Im Winter dagegen genieße ich das Panorama bei Abkühlungen von der Holzsauna, deren Ofen ich selbst befeuere. Außerdem besitzt meine aus einem Spitzdach bestehende Holzhütte eine Glasfront mit traumhaftem Flussblick von der Terrasse und vom Bett aus. Im angenehm durch einen Elektro-Ofen beheizten Innern können sich Paare eine romantische Auszeit gönnen und am Morgen in den Kissen frühstücken. Der Platzbetreiber, Sauli, serviert mir das reichhaltige Frühstück auf einem Tablett.



Besonders bekannt ist Erämys Keisarin Kosket für den Lachs, der über dem Kaminfeuer in einem Gemeinschaftsraum zubereitet wird. Als Vegetarierin bekomme ich ein Linsencurry mit Salat – zu meinem Bedauern bleibt der Kamin kalt, allerdings bin ich auch der einzige Gast auf dem Gelände. Das ist zwar ein kleiner Wermutstropfen – ebenso die zirka 150 Meter von der Hütte entfernten Waschräume. Nichtsdestotrotz stelle ich mir vor, wie idyllisch der Platz im Sommer sein mag, wenn 25 Grad Celsius herrschen, man zweisam angereist ist und Kontakte zu anderen Naturfreunden knüpft. Dann ist eine Hüttenübernachtung mit Sauna und Lagerfeuer sicherlich der krönende Abschluss von Outdoor-Aktivitäten im Nationalpark Valkmusa. (as)
