(Blogger-Kooperation, enthält Werbung) Die Region Saimaa zählt zu den schönsten Seen-Landschaften in Finnland. Vor meiner Teilnahme an der Saimaa Cycle Tour begebe ich mich in Kooperation mit Visit Mikkeli auf eine atemberaubende Saimaa Radreise, die mich auf einige der spektakulärsten Abschnitte der 300 Kilometer langen Hauptroute des Radsport-Events führt.
Doch was wäre Saimaa Cycling ohne Sehenswürdigkeiten, komfortable Übernachtungsmöglichkeiten und lokale Spezialitäten am Wegesrand? In diesem Artikel verrate ich dir neben den schönsten Routen, wo es sich lohnt, während einer mehrtägigen Radtour am Saimaa-See einzukehren.
Mit dem Zug zur Saimaa Radreise
Hast du vor, die Saimaa Radreise auf dem eigenen Fahrrad zu erleben? Falls du in Deutschland lebst, empfehle ich dir zur Anreise die Fähre von Travemünde nach Helsinki, auf der du dein Rad genauso einfach mitnehmen kannst wie im Zug von Helsinki nach Mikkeli.
Wichtig zu wissen: Da die Fahrradmitnahme bei der finnischen Bahn stark begrenzt und reservierungspflichtig ist, solltest du deine Fahrkarte einige Wochen vor dem Tourstart im Internet kaufen. In den meisten Zügen in Finnland gibt es nämlich nur drei Stellplätze, dafür jedoch kaum Verspätungen und Zugausfälle. Der Intercity ab Helsinki legt die Strecke bis Mikkeli in knapp drei Stunden zurück.
Saimaa Cycling Strecken-Highlights

Saimaa Radtouren in Süd Savo sind nicht nur landschaftlich atemberaubend, sondern können einem wirklich leicht den Atem rauben. Für mich ist das eine bekannte Tatsache – auf meinem Trekking-Bike ohne Elektro-Motor habe ich dieses Phänomen schon im Sommer 2025 bei Ruokolahti auf vielen steilen Hügeln erfahren. Die herausfordernden Auffahrten und rasanten Abfahrten auf der Saimaa Archipelago Route sind das Ergebnis der letzten Eiszeit vor rund 11.000 Jahren: Durch Erosion formten gewaltige Gletscher die Landschaft, und in Form von Moränen blieben riesige Mengen an Gestein zurück.
Wegen dieser natürlichen Entwicklung türmen sich imposante Granitfelsen an Straßenrändern, in Wäldern und am Ufer des Sees Saimaa. Während das Gestein unter den Straßen das Radfahren einerseits zu einer sportlichen Herausforderung macht, trägt es andererseits auch zur Schönheit der Natur bei.

Lietvesi-Panoramastraße Route 62
Nach dem Start meiner Saimaa Radreise in Mikkeli treffe ich bei Anttola auf die Lietvesi-Panoramastraße Route 62 Richtung Puumala. Aus nachvollziehbaren Gründen hat diese Strecke es auf die Forbes-Liste „5 Awesome Road Trips in Scandinavia and the Nordics“ geschafft. Einen der faszinierendsten Abschnitte durchquere ich – an einem recht regnerischen Tag – kurz vor der Abzweigung zum Pistohiekka Resort (siehe unten). Brücken weisen mir den Weg in eine mystische Inselwelt voller Felsen und Wald an den steinigen Ufern. Nebel steigt über dem Wasser auf, und mir wird bewusst: Ein Sommerregen und dunkle Wolken können ebenso viel Magie in sich tragen wie blauer Himmel und Sonnenschein.

Alter Hafen von Puumala
Radelst du weiter auf der malerischen wie anstrengenden Route 62, ist es ratsam, diese Hauptverkehrsstraße kurz vor Puumala zu verlassen. Durch einen Rechts-Abbieger gelangt man über die verkehrsberuhigte alte Uferstraße direkt in die kleine See-Stadt, wo sich ein Kaffee-Stopp am alten Hafen unterhalb der 1995 fertiggestellten Puumalansalmi-Brücke lohnt.
Als ich auf dem Hafengelände ankomme, bummele ich als erstes über den lebendigen Sommermarkt mit regionalem Obst und Gemüse, Snacks, Souvenirs und Kunsthandwerk. Wenn du viel Zeit mitbringst, besteht ebenfalls die Möglichkeit, ein Paddelboot zu mieten oder eine Bootstour mit dem traditionellen Dampfschiff S/S Wenno zu machen. So kannst du auf authentische Weise in Saimaas Kulturgeschichte eintauchen.
Langsam genießend setze ich meine Saimaa Radreise auf der 781 Meter langen Puumalansalmi-Brücke fort. Selbstverständlich mit einem Zwischenalt, denn die Aussicht auf Puumala und den See ist ein Erlebnis. Gefesselt von dem herrlichen Panorama bin ich froh, die Landschaft entspannt zu erkunden, statt die Brücke auf der 300 Kilometer langen Saimaa Cycle Tour zu überqueren. Obwohl es sich offiziell nicht um ein Radrennen handelt, stehen bei dieser Veranstaltung Sport und Schnelligkeit im Vordergrund – Foto-Stopps eher weniger.

Puumala-Schärenroute
Nachdem ich die Brücke hinter mir gelassen habe, komme ich auf meiner Saimaa Radtour in den Genuss, Teile der idyllischen Puumala-Schärenroute zu entdecken. Mit einer kostenfreien gelben Fähre, die auch Autos, Campingfahrzeuge und LKWs mitnimmt, setze ich über zur Insel Niinisaari und radele über mehrere Schären, schmale Brücken und steile Aufstiege nach Nestorinranta.

Dieser Streckenabschnitt meiner Saimaa Radreise stellt den Körper auf die Probe und beschert mir trotzdem einen Glücksmoment nach dem anderen. Die Walderdbeeren am Wegesrand leuchten und duften verführerisch, so dass ich immer wieder anhalte und mir eine Handvoll dieser süßen Früchtchen pflücke. Die traumhaften Ausblicke auf die Seenlandschaft animieren mich ebenfalls zum Stoppen, und ich sehe, dass ich auf der Saimaa Archipelago Route alles andere als allein bin. Zahlreiche Radreisende tummeln sich auf den engen Straßen – die Schönheit des Archipels hat anscheinend eine magnetische Anziehungskraft.

Saimaa Radreise mit Fahrradfähre Norppa II
Wir alle haben das gleiche Ziel: die Fahrradfähre Norppa II, die zwischen dem Strandcafé von Nestorinranta und Hurissalo verkehrt. Zur sinnvollen Planung einer Saimaa Radreise ist es extrem wichtig, die Abfahrtzeiten vorab genau zu überprüfen. In diesem Sommer schippert Norppa II um zwölf Uhr mittags und dann wieder um 14:10 Uhr von Nestorinranta über den Saimaa (Stand: Juli 2026).
Möglicherweise hast du vor der Abfahrt der Fähre Appetit auf einen Snack. Um den Hunger nach all dem Treten in die Pedale zu stillen, kannst du dir im Sommercafé einen süßen oder herzhaften Crêpe gönnen, dabei mit anderen Radreisenden plaudern und dich am Seeblick erfreuen.
Die beiden Fährmänner auf Norppa II sind außerordentlich freundlich und hilfsbereit. Bevor sie Stühle für die Passagiere aufstellen, verstauen sie jedes einzelne Fahrrad; die Gäste brauchen sich um nichts zu kümmern. An Bord ist schließlich eine Dreiviertelstunde Erholung auf dem Wasser angesagt – mit kinoreifen Augenblicken für Landschaftsfotografen und Naturfilmer, auch wenn mal eine nordische Brise weht. Die Fährmänner verteilen Decken, damit man sich auf dem Weg nach Hurissalo einmummeln kann.

Sehenswertes auf der Saimaa Radreise
Manche betrachten Radreisen als sportliches Abenteuer, um auf jeder Etappe möglichst viele Kilometer zu fressen. Allein die gemäldereife Natur in der Saimaa-Region ist es jedoch wert, öfters innezuhalten und sich umzuschauen. Dabei eröffnen sich außerdem interessante Einblicke in das Alltagsleben früherer Generationen und in Finnlands vielseitige Kunstszene.
Liehtala Museum im Archipel

Sobald du auf der Saimaa Archipelago Route Niinisaari erreicht hast, ist es absolut empfehlenswert, den Wegweisern zum Liehtalanniemen Museotila – einem ehemaligen Bauernhaus auf Liehtalanniemi – zu folgen. An den Museumsbauernhof grenzt ein üppiger Blaubeerwald, durch den sich ein 1,5 Kilometer langer Naturpfad mit Wegmarkierungen schlängelt. Da ich auf der Saimaa Radreise kurz nach zehn am Morgen dort ankomme und das Museum erst ab elf Uhr seine Pforten öffne, nutze ich die Gunst der Stunde, einen Waldspaziergang zu machen.
Dass unter dem beruhigenden grünen Dach Anfang Juli schon Blaubeeren sprießen, überrascht nicht nur mich, sondern auch meine Gastgeber und die Dame, die mich im Museum auf eine Reise in die Vergangenheit entführt – in das Leben des legendären Sonderlings Jalmari. Der laut Erzählungen sehr einfach gestrickte, aber hilfsbereite Bauer bewirtschaftete den Hof als letzter Bewohner auf ganz eigentümliche Weise.

Obwohl Jalmari 1976 im Alter von 74 Jahren starb, kursieren bis heute im Umkreis von Puumala abenteuerliche Schwänke aus seinem nicht ganz freiwilligen Single-Dasein. Zeit seines Lebens habe er versucht, eine Frau zu finden – sein Interesse galt allerdings in erster Linie den verheirateten, heißt es. Möglicherweise war der Misserfolg beim anderen Geschlecht ebenfalls der Tatsache geschuldet, dass Jalmari Hygiene nicht so ernst genommen haben soll. Lieber habe er seine zahlreichen Katzen als sich selbst gewaschen. Und Hausputz? Nicht bei Jalmari! Nach seinem Tod sei es notwendig gewesen, den Boden im Bauernhaus von einer dicken Schicht aus Dreck und Fäkalien zu befreien.
Was Wahrheit ist und wo Legenden beginnen, lässt sich 50 Jahre nach Jalmaris Tod natürlich nicht mehr eindeutig klären. Es gibt aber noch Zeitzeugen, die ihn persönlich kannten und behaupten, dass eine ordentliche Portion Übertreibung mit im Spiel sei. Wie auch immer: In jedem Fall ist es amüsant, beim Saimaa Cycling einen Museumsstopp zu machen und den nostalgischen Geschichten über Jalmari zu lauschen.

Kunstzentrum Salmela in Mäntyharju
Der zwischen Helsinki und Mikkeli verkehrende Intercity hält auch am Bahnhof von Mäntyharju. Warum ich das erwähne? Ich rate dir, die eher unspektakulären, teilweise schlecht ausgebauten steilen Straßen mit dem Zug zu überspringen, statt dich auf deiner Saimaa Radreise unnötigem Stress auszuliefern.
Insbesondere an Regentagen lohnt es sich, auf diese Weise einen Abstecher zum Kunstzentrum Salmela (finnisch: Taidekeskus Salmela) in Mäntyharju zu machen. In der zweistöckigen Galerie in der Holzvilla am Seeufer erwartet dich ein multikulturelles Programm aus Kunstausstellungen, Vorträgen und Konzerten. Die aktuelle Sommerausstellung, die noch bis zum 31. August in Mäntyharju zu sehen ist, beschert mir wertvolle Einsichten in zeitgenössische finnische Malerei und Bildhauerei – mit Werken von Jan Neva, Tiina Torkkeli, Kimmo Kaivanto, Susanna Snellman und anderen Künstlern.
Nach dem Galeriebesuch besteht ebenfalls die Möglichkeit, ins Buffet-Restaurant des Kunstzentrums Salmela einzukehren und sich ein Mittagessen aus Vorspeisen, Hauptgerichten und Desserts zusammenzustellen.

Übernachten auf der Saimaa Radreise
Gehörst du zu der Fraktion, die sich auf einer Saimaa Radreise in der Nacht Komfort wünscht, statt draußen im Zelt zu schlafen? Dann solltest du an dieser Stelle weiterlesen.
Privates Mökki im Pistohiekka Resort
Das Pistohiekka Resort befindet sich in einer der beeindruckendsten Landschaften, die ich auf meiner Saimaa Radtour zu Gesicht bekomme – direkt am felsigen Seeufer, nur wenige hundert Meter von der Route 62 entfernt. Nachdem ich in Mikkeli gestartet bin und etwa 65 Kilometer schweißtreibend in die Pedale getreten habe, erwartet mich im Restaurant im Hauptgebäude ein Halloumi-Burger mit Pommes und Seeblick.


Die Küche ist bis 20:30 Uhr geöffnet, das Gebäude selbst bis 21 Uhr. So lange haben die Gäste Gelegenheit, sich ins WLAN des Pistohiekka Resorts einzuloggen. In den umliegenden schwarzen Waldhütten mit Außenterrassen gibt es neben schwächelnden mobilen Daten keinen Internet-Zugang – eine Chance auf Finnland-Urlaub mit Digital Detox und Erholung in der Stille des Waldes.

Ich sitze noch eine Weile auf einem Felsen am See, ehe ich mich an den Annehmlichkeiten der Hütte mit privatem Bad, Wohnküche und Schlafzimmer erfreue. Die Einrichtung ist typisch nordisch und trägt dazu bei, sich nach einer anstrengenden Etappe auf dem Fahrrad zu regenerieren. Bevor die Saimaa Radreise am nächsten Morgen weitergeht, stärke ich mich am finnischen Frühstücksbuffet, auf dem man beispielsweise karelische Reis-Piroggen und Haferbrei mit Waldbeeren entdeckt.

Familiäre Herzlichkeit bei Metsäsydän
Meine nächste Unterkunft im Archipel von Puumala macht ihrem Namen alle Ehre: Metsäsydän – das bedeutet auf Deutsch Waldherz. Falls dich dein Google Navi dorthin lotst, solltest du aufpassen: Hast du ein einfaches Mökki direkt am See oder ein Zimmer im Wohnhaus der Gastgeber gebucht? Diese beiden Übernachtungsmöglichkeiten liegen ungefähr drei Kilometer auseinander – dazwischen mehrere steile Hügel.
Als ich längst auf den sandigen Waldweg zu den spartanischen Seehütten abgebogen bin und kurz vor der Ankunft noch ein paar wilde Erdbeeren ernte, habe ich Glück, dass hinter meinem Rücken ein Auto stoppt: Es ist Olli, der zusammen mit seiner Frau Maria Metsäsydän betreibt. Samt Fahrrad und Gepäck sammelt er mich auf und bringt mich auf sein idyllisches Grundstück mitten im Grünen.
Ein Ort familiärer Wärme und Herzlichkeit, den Maria und Olli zusammen mit ihren kleinen Töchtern, einem freundlichen Hund und zwei entzückenden Katzenschwestern bewohnen. Hier fühle ich mich auf Anhieb wohl: Im Obergeschoss ziehe ich in ein gemütliches Doppelzimmer mit traumhaftem See-Panorama und starkem WLAN. Auf der Etage stehen ebenfalls eine Küche, eine Dusche und ein abgetrenntes WC zur Verfügung.

Mein Essen brauche ich jedoch nicht selbst zuzubereiten, sondern bekomme Frühstück und Abendessen in der rustikalen Sommerküche von Metsäsydän serviert. Maria und Olli haben ein ausgezeichnetes Händchen für vegetarische und vegane Speisen – zum Beispiel marinierten gebratenen Tofu, Süßkartoffelsuppe und Risotto mit Pilzen aus dem Wald am Saimaa. Ein Gedicht ist auch das selbstgebackene Focaccia.
Abends schwitze ich in der privaten Holzsauna am See, die Olli als „old school“ bezeichnet. Genau das ist, wonach ich mich gesehnt habe: eine traditionelle finnische Sauna mit Holzofen und einem Seeufer, das so nah ist, dass man nach dem Schwitzen eine Runde schwimmen kann. Am ersten Abend regnet es, und ich genieße die Tropfen auf der Haut, während ich mich im Wasser abkühle.


Wie du siehst, ist Metsäsydän der ideale Ort, um eine Saimaa Radreise mit Entspannung zu kombinieren. Eine zusätzliche Möglichkeit besteht beim Yoga. Zur Ausstattung des Anwesens gehört ein großer, modern gestalteter Yogaraum, in dem Maria Kurse für Gruppen gibt – und mir die Chance zum Schnuppern.
Bei allem, was ich dort tue, lässt das Waldherz mein Herz höher schlagen. Als ich nach zwei Nächten zu einer längeren Etappe aufbreche, bin ich fast ein bisschen wehmütig, diesen Ort am Saimaa hinter mir zu lassen. Aufgrund der erlebten Gastfreundlichkeit bei Maria und Olli empfehle ich Metsäsydän wärmstens weiter.

Moderne Jurte bei Linkkumylly

Wenn du Gastfreundschaft und eine familiäre Atmosphäre mitten in der Natur genauso zu schätzen weißt wie ich und in der näheren Umgebung von Mäntyharju unterwegs bist, dann übernachte unbedingt bei Leila und Ari. Das Ehepaar lebt im Wohnhaus einer Mühle aus dem 19. Jahrhundert und beglückt seine Gäste im ehemaligen Mühlengebäude von Linkkumylly mit Frühstück und Abendessen. Beides schmeckt hervorragend und lässt das Auge mitessen. Leila ist gelernte Food-Designerin und hat ein besonderes Händchen für eine kunstvolle Gestaltung von Speisen.
Während des appetitlich angerichteten Mahls ist es möglich, WLAN zu nutzen, denn das steht in der Jurte auf einem Hügel im angrenzenden Wald nicht zur Verfügung – ebenso wenig ein Badezimmer. Übernachtungsgäste haben die Wahl zwischen einer Bio-Toilette in der Nähe des Nomadenzelts und den Gemeinschafts-Waschräumen in der alten Mühle, neben der ein Bach rauscht. Das tut dem Komfort allerdings kaum Abbruch, denn die Jurte ist urgemütlich eingerichtet. Neben einem bequemen Doppelbett mit Moskitonetz und wärmenden Decken gibt es einen Holzofen und einen Wasserspender.


Vor dem Schlafengehen tauche ich mit Blicken in den romantischen Sonnenuntergang am See ein. Während die letzten Sonnenstrahlen den Himmel in dem Moment noch mit warmen Orange- und Gelbtönen bemalen, gießt es am nächsten Morgen wie aus Eimern – keine Gelegenheit mehr, sich bei Leila und Ari ein Kajak auszuleihen oder die Saimaa Radreise auf dem Sattel fortzusetzen.
Zu meinem Glück verhalten sich meine Gastgeber außergewöhnlich empathisch und fürsorglich. Kurzerhand lädt Ari mein Fahrrad auf den Gepäckträger seines Autos und fährt mich durch den prasselnden Regen zum Kunstzentrum Salmela. Obwohl er und Leila wegen der Organisation eines Ukulele-Konzerts am Abend in der Mühle noch viel zu tun haben.
Ich habe wirklich Schwein gehabt: Der Weg zwischen Linkkumylly und Mäntyhaju führt über eine extrem bergige Schotterstraße, auf der früher Rallyes stattfanden. Auf einem Gravel Bike oder einem Fatbike mit Elektro-Motor wäre es bei Sonnenschein mit Sicherheit das reinste Vergnügen, dort Rad zu fahren. Auf meinem voll bepackten Trekking-Bike wird das Ganze zu einer Tortur. Deshalb bin ich Ari und Leila zutiefst dankbar, sich so wunderbar um mein Wohl gekümmert zu haben.

Rustikale Holzhütte bei Ollinmäen Viinitila
Trinkst du nach dem Radfahren gerne einen Schluck Wein? Das Weinrestaurant Ollinmäen Viinitila bei Mikkeli bietet Weinproben an, und anschließend kannst du in einer rustikalen Holzhütte mit Mikrowelle, Wasserkocher und Kaffeemaschine die Nacht verbringen. Das Mobiliar in dieser heimeligen Unterkunft wirkt wie aus Großmutters Zeiten.

Im schummerigen Licht fläze ich mich aufs Sofa und erhole mich von den Anstrengungen der Saimaa Radreise. Ich erhalte auch einen WLAN-Zugang, obwohl das Netz normalerweise nur im Restaurant verfügbar ist. Während ich über den Hof zu den Waschräumen gehe, begegnet mir ein zauberhaftes Katzenpaar: ein rotweißer Kater, der von einer Glückskatze zärtlich geputzt wird. Bei diesem Anblick geht mir das Herz auf.

Restaurant-Tipps für die Saimaa Radreise
Essen ist auf einer langen Radtour wie Tanken – wie Benzin, das einem auf der Straße Energie spendet. Im Folgenden präsentiere ich dir Restaurant-Tipps für die Saimaa Radreise.
Altes Pfarrhaus Kenkävero in Mikkeli

Nach meiner Ankunft am Bahnhof von Mikkeli schnabuliere ich am Mittagsbuffet im liebevoll restaurierten, hölzernen Pfarrhaus Kenkävero. Umgeben ist das Restaurant im Hauptgebäude von einem Schaugarten, mehreren ländlichen Hofgebäuden mit Geschäften für Kunsthandwerk, finnisches Design und Delikatessen aus der Saimaa-Region.
Im größten alten Pfarrhaus Finnlands, das ebenfalls als das schönste im Land gilt, erwartet mich eine Auswahl an Speisen, die nicht nur Fischliebhaber begeistert. Das Ambiente strahlt ein nobles Lebensgefühl des Bürgertums im 19. Jahrhundert, aus. Zwischen Kronleuchtern und prächtigen Dekorationsobjekten fühlt sich der Gaumenschmaus an wie eine Reise in die Vergangenheit, in der ein gediegener Stil noch einen höheren Stellenwert hatte als heutzutage.

Sahanlahti Resort bei Puumala
Radelt man die Route 62 nach einem Aufenthalt im Pistohiekka Resort weiter Richtung Puumala, zeigt sich an der rechten Straßenseite das Sahanlahti Resort. Auf dem Gelände einer ehemaligen Sägemühle hast du ebenfalls die Möglichkeit, während deiner Saimaa Radreise zu übernachten – in einem Hotelzimmer, einem Mökki oder einer Villa. Zusätzlich gibt es im Sahanlahti Resort einen Hafen und einen Stellplatz für Wohnwagen und Wohnmobile.

Bevor ich mich im Restaurant des gelb gestrichenen Haupthauses zu Tisch setze, mache ich einen langen Spaziergang durch das weitläufige Resort. Ich spüre, dass dieser Ort Geschichten erzählt, sei es der rauschende Mühlbach oder die Steine am Seeufer. All das lasse ich lange auf mich wirken.
Schließlich erlebe ich die familiengeführte Sahanlahti-Gastronomie, die auf verantwortungsvolle Landwirtschaft und frische, hochwertige Zutaten aus der Region setzt. In jedem Bissen schmeckt man Liebe zum Detail, sowohl in den Vorspeisen vom Buffet als auch in dem vegetarischen A-la-Carte-Hauptgericht. Die Krönung des Mittagessens ist eine üppige, durch und durch grandiose Himbeertorte.

Restaurant Niinipuu in der alten Scheune
Mit finnischer Küche aus regionalen Zutaten hat sich auch das Restaurant Niinipuu auf Niinisaari einen Namen gemacht. In der ehemaligen Scheune empfangen mich die sehr gut deutsch sprechende Besitzerin Paula Okkola und eine junge Kellnerin namens Ilona. Letztere begrüßt mich in akzentfreiem Deutsch. Als ich bemerke, dass sich in ihr Finnisch ein leichter deutscher Akzent eingeschlichen hat, erfahre ich, dass sie im Alter von acht Jahren nach Deutschland gezogen sei und nun den ganzen Sommer in ihrer alten Heimat verbringe.

Paula und Ilona begeistern mich beide mit ihrer herzlichen Art und köstlichem Essen. Wie Ilona mir beim Servieren des fleischlosen Hauptgerichts erklärt, seien die Pilze auf meinem Teller am Morgen im Wald gepflückt worden. Ein warmer Blaubeerkuchen aus Roggenteig mit einer Kugel Vanille-Eis und Sahne komplettiert das Mahl auf gelungene Weise.

Sommerrestaurant Varkaantaipale

An der Landstraße kurz vor Ristiina lockt das Sommerrestaurant Varkaantaipale unter anderem mit Pizza, Burgern, Eis, Kaffee und Gebäck. Ein beschaulicher Seeblick ist beim Essen inklusive. Das Lokal eignet sich vor allem dann für eine Einkehr, wenn man sich gerade mit dem Schiff Aino auf einer Ausflugsfahrt befindet und an der Anlegestelle neben dem Varkaantaipale an Land geht.
Die Aussicht aufs Wasser setzt nämlich dem Essen das i-Tüpfelchen auf.
Saimaa Radreise mit Sorgfalt planen
Zum Schluss gebe ich dir noch einen wichtigen Tipp mit auf den Weg: Stecke Zeit und Sorgfalt in die Planung deiner Saimaa Radreise. Falls eine dritte Person deine Reiseplanung übernimmt, überprüfe möglichst genau, wie kompetent sich diese mit den Radwegen in der Saimaa-Region auskennt. Am besten folge ausschließlich den ausgeschilderten Routen wie der Saimaa Archipelago Route und vertraue nicht auf Google Maps.
Häufig genug kommt es vor, dass Google Radreisende in Finnland auf abenteuerliche Sandwege und Straßen mit tiefen Schlaglöchern und Spurrillen schickt. Mehrere Landstraßen in Süd Savo sind bis heute ohne Asphalt und für gewöhnliche Trekking-Räder kaum befahrbar. Wer sich trotzdem auf das Wagnis einlässt, begibt sich in Unfallgefahr und verliert schnell den Spaß am Radfahren.
Wenn du beispielsweise die 300 Kilometer lange Hauptroute der Saimaa Cycle Tour nachfährst und diese mit der Puumala-Schärenroute kombinierst, bist du auf der sicheren Seite. Diese Straßen sind glatt asphaltiert. Deshalb sind sie für feine Rennrad-Reifen und beladene Trekking-Bikes gleichermaßen geeignet. (as)

Vielen lieben Dank fürs Mitnehmen: Der Beitrag macht richtig Lust! Und die Bilder sind stark – das Selfie im Regen inklusive… 🤣
Liebe Grüße 👋
Hallo Eddy,
freut mich, dass du den langen Artikel gelesen hast und ich dich damit inspirieren konnte. Danke für das Lob! 🙂
Liebe Grüße,
Annika