Weltreise: Ein Abenteuer fürs Leben

Weltreise mit Station Chicago

Hallo Reise-Liebende, ich bin Manja von Faube.com und darf einen Gastbeitrag auf dem wunderschönen Blog Reise-Liebe von Annika schreiben. Gemeinsam mit meinem Freund Marcel habe ich im Mai 2019 meine Koffer gepackt, mich aus der Uni-Bibliothek und rein ins Abenteuer Weltreise gestürzt. In diesem Artikel möchte ich euch ein bisschen mit auf Reisen nehmen und euch Tipps, Highlights und Lektionen von unterwegs präsentieren. Viel Spaß beim Lesen!

Weltreise Planung: Kosten und Dauer der Reise

Eine Weltreise will gut geplant sein. Bevor es auf große Reise geht, müssen Knackpunkte wie die Finanzierung der Reise, Kosten unterwegs und damit verbunden auch die Dauer der Auszeit geplant werden – wobei sich letzteres in unserem Fall ganz spontan ergab. Um uns den Traum von einer Weltreise zu erfüllen, sparten wir während unseres Studiums eine ganze Menge.

Das heißt konkret: Verzichte. Weniger auswärts essen, dafür viel selbst kochen. Auf Luxusgüter verzichten und das gesparte Geld stattdessen auf ein separates Konto überweisen. Ungenutzte Wertgegenstände verkaufen (beispielsweise Fernseher, ungeöffnete Parfums, die nie genutzte Playstation…). Oder verschenken, um zumindest den Hausrat zu minimieren. Einen lukrativen Nebenjob annehmen, sofern Zeit dafür ist. Und, und, und – glaubt mir, die Aussichten auf diese Reise machten mich kreativ und willensstark.

Weltreise nach Thailand
Manja in Thailand, Foto: Manja Faulhaber

Was die bereisten Länder angeht: Marcel und ich legten bewusst keine Route fest, da wir uns alles offenhalten wollten. Heißt aber auch, dass die Planung der Kosten für unsere Weltreise nicht ganz so einfach war und wir unser Reise-Budget auf ungeplante Ziele ausrichten mussten. Auch unsere Packliste war entsprechend umfangreich. Am Ende zogen wir beide mit jeweils etwa 20.000 Euro auf dem Konto, einem Backpack und einem Rucksack los. Ich verdiente auch unterwegs ein wenig Taschengeld, da ich als freiberufliche Redakteurin von unserer Weltreise berichtete. Auch Marcel ergatterte etwas später einen Nebenjob als freiberuflicher Entwickler.

Da aber Spontanität einen entscheidenden Faktor bei unserer Reise spielte, konnten wir im Voraus keine Aussagen über die Dauer treffen – am Ende waren wir achteinhalb Monate unterwegs und sind vor ein paar Tagen (vorerst!) nach Deutschland zurückgekehrt.

Übrigens hat auch das Alleinreisen viele Vorteile: Man kann selbstbestimmt reisen, muss keine Kompromisse schließen und kann seine Zukunft selbst bestimmen. Von den Schattenseiten des Alleinreisens berichtet Annika in ihrem ehrlichen und sehr schönen Artikel.

Reise nach Chicago
Straßen von Chicago, Foto: Manja Faulhaber

Beginn der Reise: Startschwierigkeiten!

Ursprünglich geplant war so vieles: Sri Lanka, Indien, Thailand, Kambodscha, Laos, Südamerika, USA, Australien … Die Liste ließe sich beliebig fortführen. Über die Zeit der Planung bis zur tatsächlichen Reise standen auf meiner Wunschliste alle Länder dieser Erde. Dass wir nicht alle schaffen würden, war uns von Grund auf klar. Wir entschieden uns für einen Start in Sri Lanka, buchten den Hinflug, fühlten uns unendlich frei und beschlossen, den Rest der Weltreise absolut spontan anzugehen. So weit, so gut.




Wenige Tage vor der Abreise dann die Kehrtwende.
„Du, alles okay bei euch? Hoffe, euch geht’s gut!“, schrieb mir auf WhatsApp eine Freundin, die dachte, wir seien schon aufgebrochen.
„Wieso, was ist denn los?“, antwortete ich und bekam postwendend eine weitere Nachricht: „Schau mal die Nachrichten.“

Ich stürzte zum Fernseher und sah rote Schlagzeilen, absolutes Elend und Chaos. Sri Lanka in Schutt und Asche, erschüttert von Anschlägen – vier Tage vor unserem geplanten Abflug. Mir wurde schlecht. Natürlich nicht nur, da unser Abenteuer auf der Kippe stand, sondern vor allem aus Mitleid und Ratlosigkeit.

Nach Absprache mit Marcel beschlossen wir, unseren Flug nicht anzutreten, obwohl wir dem Land in dieser Situation wirtschaftlich nicht noch weiter schaden wollten. Aber sich am Leid der Bewohner, die gerade schreckliche Verluste erlitten, ergötzen? Die ruinierten, einst wunderschönen Bauwerke fotografieren, am Ende noch begleitet von den Worten „Muss mal schön gewesen sein“? Nein, das kam für uns nicht infrage. Schweren Herzens verabschiedeten wir uns vom Gedanken an Sri Lanka und buchten kurzentschlossen einen Flug nach Bangkok.

Weltreise mit Station Thailand
Manja in Thailand, Foto: Manja Faulhaber

Sawasdee, Thailand und willkommen, Welt!

Bangkok, eine kunterbunte Metropole und die Hauptstadt Thailands, begrüßte uns mit klebriger Hitze, fantastischem Essen und gewohnt guter Laune. Ich mag das – dieses Chaos in der Stadt, die Mischung aus Altbekanntem und Neuem, die Kulinarik, sogar die Hitze liebe ich. Rückblickend genau die richtige Wahl als „Ersatz“ für unser geplantes erstes Ziel. Neben Thailand besuchten wir auf unserer Weltreise Singapur (mehrfach), Indonesien, Hong Kong, Kanada, Japan und die USA mit Hawaii. In jedem Land wurden wir trotz schwindender finanzieller Ressourcen um so vieles reicher: Erfahrungen, Akzeptanz, Sichtweisen, Lebensfreude. Freunde.

Nach unserer Rückkehr fragten uns Freunde und Familie mehrfach: „Und, wie war’s? Was hat euch am besten gefallen?“
Eine berechtigte Frage, die aber unmöglich zu beantworten ist. Sogar mir, die ich eigentlich nie um Aussagen verlegen bin, fehlten die Worte. Was soll man da antworten?

Wie’s war – unbeschreiblich. Atemberaubend. Bereichernd. Zu kurz. Erst der Anfang einer ganz großen Reise, deren Ende ich gar nicht erleben will. Der Start unseres Reise-Magazins und damit der Möglichkeit, endlich zu meiner Passion zu stehen. Immer noch zu kurz.

Kanada Reise
See in Kanada, Foto: Manja Faulhaber

Highlights von unserer Weltreise

Und was uns am besten gefallen hat? Puh. Vielleicht der Moment, in dem wir aus dem Frankfurter Flugzeug in Bangkok in den Gateway traten und diesen kurzen, tropisch heißen Luftzug spürten. Vielleicht der Moment auf Koh Lanta, auf der Meerblick-Terrasse unseres Hotels sitzend. Vor uns die untergehende Sonne, in uns der Wunsch nach Unendlichkeit. Die Kultur und Landschaft Chiang Mais. Eventuell auch die Menschen in Indonesien, die uns ohne ein Wort frisches Obst in die Hände drückten und uns am Tempel bewundernd anschauten, als kämen wir aus einer anderen Welt. Obwohl ich das gleiche tat und mir dachte, wie schön Indonesier/innen doch sind. Der Moment, als wir in Hong Kong erfuhren, was echte Gemeinschaft und ein gemeinsamer Traum bedeuten – ein Traum von Demokratie und Mitspracherecht, für uns in Deutschland selbstverständlich.

Die Möglichkeit, in nur wenigen Stunden von Hong Kong nach Kanada fliegen zu können. Der Moment, in dem wir uns in Vancouver spontan dazu entschlossen haben, ein Auto zu kaufen – obwohl mein Bruder unseren PT Cruiser „unmöglich hässlich“ fand. Die Tatsache, dass uns der gute Harold – wie unsere Vorbesitzerin den alten Wagen getauft hatte – entgegen aller Erwartungen über die Rocky Mountains bis nach Toronto fuhr.

Kanada Reise
See in Kanada, Foto: Manja Faulhaber

Ich liebe auch die Erinnerung an den kleinen Bären, den wir zufällig am Straßenrand Beeren pflücken sahen. An die Moose-Familie, die entschlossen über eine stark befahrene Autobahn marschierte und unversehrt im Grünen ankam. Ich mochte Kamloops, eine kleine Stadt in einer kanadischen Semi-Wüste mit unvergesslichen Aussichten über die Landschaft. Calgary und das größte Rodeo-Fest der Welt, an dem wir unwissend teilhaben durften. Die unendlichen Weiten und goldenen Rapsfelder Saskatchewans. Dankbar sind wir beide auch für die unglaubliche Freundschaft, die wir in einem Vorort von Toronto geschlossen haben – besiegelt mit den Worten: „Wird schon nicht so schlimm werden dort.“

Sonnenuntergang in New York
Sonnenuntergang in New York, Foto: Manja Faulhaber

New York City, eine Stadt, die immer wieder beeindruckt und nie langweilig wird. Chicago – meine absolute Lieblingsstadt – an deren Architektur ich mich nie werde sattsehen können. Übrigens im Sommer und Winter ein Traum, mehr dazu gibt es in unserem Magazin. Die beeindruckende Natur rund um Arizona und der Fakt, dass dort Kakteen im Garten wachsen. Die endlosen Weiten der Nationalparks in den USA, zu deren Gewaltigkeit ich nie Worte finden werde. Allen voran Zion. Der Moment absoluter Ruhe in einem indianischen Dorf irgendwo im Nirgendwo, ohne fließend Wasser, aber mit atemberaubendem Sonnenaufgang.

Zion Nationalpark, USA
Marcel und Manja im Zion Nationalpark, Foto: Manja Faulhaber

Ich erinnere mich auch gerne an die Zeit in San Luis Obispo, laut The Guardian Amerikas „Happy Valley“. Eine kleine Studentenstadt an der Küste Kaliforniens zwischen Los Angeles und San Francisco. Donnerstags gibt es einen Markt mit frischem Barbecue. Freitags läutet man das Wochenende mit Wein und Shopping ein. Man kennt sich, geht respektvoll miteinander um, ist freundlich. Autos mieten kann man dort auch und wir nutzten das Angebot, um von dort aus in Richtung Portland aufzubrechen. Entlang der kalifornischen Küste, versteht sich, immer den Highway One in Richtung Norden nehmend. Aussichten, die einem die Sprache verschlagen können, mit tosendem Meeresrauschen, breiten Sandstränden und verschlafenen Dörfchen.

Oder hat uns Hawaii am besten gefallen? Die sattgrünen Vulkanhänge, die den Aloha-State charakterisieren, steil abfallend in sagenhafte Traumstrände mit türkisfarbenem Wasser? Die entspannte Einstellung der Menschen und die köstlichen Açaí- und Poké-Bowls?

Vielleicht auch Japan mit seiner aufregenden Kultur, den hilfsbereiten Menschen und dem beinahe surrealen Herbst. Allein der Farben wegen lohnt sich ein Besuch!

Und dann wäre da noch Singapur, ein riesiger ethnischer Melting-Pot mit der vielfältigsten und authentischsten Küche, die man nur finden kann. Ein grüner Stadtstaat südlich von Malaysia, dem wir jährlich für mehrere Wochen einen Besuch abstatten. Favoriten, die immer noch da sind und Innovationen, die sich immer verändern.

Kurz gesagt: Was mir am besten gefallen hat? Unmöglich, nur eine Antwort darauf zu finden. Die Reize waren und sind endlos – und genau das liebe ich am Reisen.

Navy Pier in Chicago, Weltreise
Navy Pier in Chicago, Foto: Manja Faulhaber

Was einen das Reisen lehrt

Eine Hauptlehre, die ich – beziehungsweise wir beide – aus unserer Weltreise zogen, gibt es nicht. Dafür gibt es aber viele kleinere Lektionen, die wir unterwegs lernten. Beispielsweise, dass eine Weltreise einen immer reicher und nie ärmer macht. Dass Kanadier wirklich so freundlich sind, wie es in Filmen vorgespielt wird.

Wir haben gelernt, dass Spontanität auf Reisen Freiheit bedeutet. Dass man Freunde manchmal dort findet, wo man sie nie vermutet. Dass andere von Deutschland ebenso sehr träumen, wie wir von der Ferne. Und damit verbunden natürlich, dass es zu Hause auch wunderschön ist – so oft hat uns Kanada daran erinnert, dass man traumhafte Gletscherseen und Landschaften auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz findet. Wir können es kaum abwarten, bis wir in unser nächstes Abenteuer aufbrechen dürfen.

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